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Nachrichtenagentur dapd stellt Antrag auf Insolvenz

Dieser Inhalt wurde am 02. Oktober 2012 - 19:32 publiziert
(Keystone-SDA)

Die dapd Nachrichtenagentur GmbH und die dapd Nachrichten GmbH sind zahlungsunfähig. Die dapd stellte am Dienstag in Berlin beim Amtsgericht Charlottenburg Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung, wie das Unternehmen mitteilte.

Die Gesellschafter hätten die weitere Finanzierung eingestellt. Am Donnerstag sollen sechs weitere dapd-Töchter folgen, darunter nach Angaben aus der Belegschaft der erst letztes Jahr gestartete Sportdienst. Betroffen seien 299 von 515 Beschäftigten. Die Holding dapd Media und die übrigen 18 Gesellschaften der Gruppe seien von der Insolvenz nicht betroffen, teilte das Unternehmen mit.

Zum Geschäftsführer der insolventen Gesellschaften wurde der Insolvenzexperte Wolf von der Fecht bestellt. Er soll bis Ende November prüfen, ob das Unternehmen umstrukturiert und weitergeführt werden kann, und neue Investoren suchen. Die Geschäfte der dapd liefen unverändert weiter.

Die dapd war im Sommer 2010 aus den beiden Nachrichtenagenturen DAPD und ddp entstanden. Die beiden Investoren Peter Löw und Martin Vorderwülbecke, Besitzer des Deutschen Depeschendienstes (ddp), hatten im Dezember 2009 den deutschsprachigen Dienst der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) aufgekauft und beide Gesellschaften zur dapd fusioniert.

Die Schweizerische Depeschenagentur (sda) hatte am 1. Februar 2010 die deutschen ddp-Textdienste sowie den Ausland-Depeschendienst der ddp (DAPD) für die Verbreitung in der Schweiz übernommen. Im Gegenzug hatte die ddp die Lizenz erhalten, in ihren Märkten die sda-Dienste zu verbreiten.

In den letzten Jahren war die dapd rasch expandiert. Im Mai 2011 hatte die dapd in Frankreich die Presseagentur Sipa übernommen. Die Sipa ihrerseits stieg im Sommer 2012 beim französischsprachigen Dienst von AP ein, einschliesslich der Redaktion in der Westschweiz. Sipa bezeichnete dies als wichtigen Schritt.

Der Sanierungsexperte von der Fecht teilte mit, dass die dapd die Nachrichtenproduktion während des vorläufigen Insolvenzverfahrens wie gewohnt fortsetzen werde. Die Kunden erhielten den gewohnten Service im gleichen Umfang und der gewohnten Qualität.

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