Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Lausanne - Nanoteilchen von Titandioxid können in der Lunge ähnlich wirken wie das in der Schweiz verbotene Asbest. Dies haben Forscher in der Schweiz und in Frankreich herausgefunden. Sie schlagen nun Alarm, denn dieses Nanomaterial ist eines der häufigsten.
Mehr als zwei Millionen Tonnen Nano-Titandioxid (Nano-TiO2) werden jährlich weltweit produziert. Es wird als Farbstoff verwendet und ist beispielsweise in folgenden Produkten enthalten: in Farben, Kosmetikprodukten, Sonnencremen, Medikamenten, Zahnpasta und Lebensmittelfarbstoffen.
Frühere Studien hätten zwar gezeigt, dass Nano-TiO2 Entzündungen auslösen könne, aber der Mechanismus sei weitgehend im Dunkeln geblieben, schreibt ein Forscherteam des Departements Biochemie der Universität Lausanne, der Universität Orléans (F) und des französischen Forschungszentrums CNRS in der US-amerikanischen Zeitschrift "PNAS".
Lunge und Bauchfell betroffenDie Forscher stellten fest, dass Nanopartikel von TiO2 ähnlich wirken wie Asbest und Siliciumdioxid. Diese stimulieren das Inflammasom NALP3 - einen Proteinkomplex, der entzündliche Reaktionen hervorruft - und die Produktion von reaktiven Sauerstoffspezies, welche die DNA, Proteine und Zellwände angreifen können.
Der Lausanner Biochemiker Jürg Tschopp ist bekannt für die Entdeckung der Inflammasome Anfang des Jahrtausends, und er ist Träger des Louis-Jeantet-Preises für Medizin 2008. Nach seinen Angaben zeigen die Studien klar eine entzündliche Wirkung von Nano-TiO2. Betroffen seien die Lunge und das Bauchfell.
Die Forscher arbeiteten mit menschlichen Zellen sowie mit Mäusen. Laut Tschopp entfaltet Nano-TiO2 "grosse Aktivität" und ist damit vergleichbar mit Harnsäure und Asbest. Diese können Gicht respektive Asbestose auslösen - eine Staublungenkrankheit, die zu Lungenkrebs führen kann.
Mehr Vorsicht gefordert"Asbest und Nano-TiO2 haben dieselbe Kraft", sagte Tschopp gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Das Forscherteam wies in seinem Bericht auf ein mögliches Krebsrisiko hin, besonders für Menschen, die hohen Konzentrationen dieser Nanopartikel ausgesetzt sind.
Auf Grund ihrer Daten solle Nano-TiO2 mit mehr Vorsicht verwendet werden als dies zurzeit geschehe, betonen die Forscher. Um die Aufnahme dieser Partikel in der Industrie und auch im Alltag zu begrenzen, seien bessere Vorsichtsmassnahmen nötig.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

SDA-ATS