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Der Streit um den Schulsport wird zur staatspolitischen Glaubensfrage. Während der Nationalrat auf drei obligatorischen Turnstunden pro Woche beharrt, weigert sich der Ständerat aus föderalistischen Gründen, den Kantonen in Schulangelegenheiten Vorschriften zu machen.

Damit kommt es zu einem dritten Satz im Pingpong zwischen den Räten. Im Nationalrat hatte sich eine breite Allianz für das Obligatorium von drei Stunden Schulsport stark gemacht. Ebenso fest zeigte sich am Dienstag jedoch der Ständerat: Mit 25 zu 11 Stimmen folgte er seiner Bildungskommission, die diese Kompetenz den Kantonen zuweisen will.

Das entspreche der in der neuen Bildungsverfassung vorgesehenen Zuständigkeit, sagte Kommissionssprecher Theo Maissen (CVP/GR). René Imoberdrof (CVP/VS) sah keinen Grund, den Schulsport anders zu behandeln als andere Schulfächer. Die Forderung nach einer bestimmten Anzahl Schulstunden in den Naturwissenschaften wäre ebenso berechtigt, sagte er.

Teure Sportstunden

Anita Fetz (SP/BL) warnte jedoch davor, den Kantonen in der Frage freie Hand zu lassen. Der Sportunterricht sei unter Druck, in mehreren Kantonen werde aus Kostengründen nicht mehr überall drei Stunden geturnt, sagte sie. Und ohnehin handle es sich nicht um eine Kompetenzverschiebung, da der Bund den Kantonen auf Verordnungsweg schon heute die Stundenzahl vorschreibe.

Sportminister Ueli Maurer teilte die Haltung der Mehrheit grundsätzlich. Er warnte aber davor, das ganze Gesetz diesem einen Streitpunkt zum Opfer fallen zu lassen. Angesichts der festen Haltung des Nationalrats müsse sich der Ständerat allenfalls doch Gedanken über einen Kompromiss machen, sagte Maurer.

Mit dieser und weiteren Differenzen geht das Geschäft nun zurück an den Nationalrat. Das neue Sportförderungsgesetz bezweckt mehr Sport und Bewegung für die ganze Bevölkerung. Kinder werden früher erfasst, Dopingsünder härter angepackt werden. Zudem beinhaltet das Gesetz Massnahmen gegen sexuelle Übergriffe etwa durch Trainer.

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SDA-ATS