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Wer sich bei der Arztwahl nicht einschränken will, soll einen doppelt so hohen Selbstbehalt bezahlen wie heute. Der Nationalrat hält daran fest, die Versicherten über ein negatives Anreizsystem zu einem Wechsel in ein integriertes Versorgungsnetz zu bewegen.

Der Nationalrat sprach sich am Donnerstag mit 95 zu 80 Stimmen dafür aus, den Selbstbehalt auf 20 Prozent zu erhöhen, wenn sich Versicherte nicht einem sogenannten Managed-Care-Modell anschliessen wollen. Nur wer bereit ist, die freie Arztwahl im Rahmen eines solchen Versicherungsvertrages einzuschränken, soll wie heute 10 Prozent bezahlen.

Kompromissvorschlag abgelehnt

Der Nationalrat widersetzt sich damit einem Kompromissvorschlag aus dem Ständerat. Dieser hatte angesichts von Referendumsdrohungen von Patientenorganisationen und von linken Parteien vorgeschlagen, Managed-Care-Versicherte mit einem Selbstbehalt von 5 Prozent zu belohnen. Den Selbstbehalt für alle anderen Versicherten möchte die kleine Kammer auf 15 Prozent erhöhen.

Der Nationalrat hielt auch daran fest, dass für Managed-Care-Versicherte im Gesetz keine absolute Obergrenze für den Selbstbehalt festgelegt wird. Während der Ständerat eine Obergrenze von 500 Franken will, möchte es der Nationalrat dem Bundesrat überlassen, einen jährlichen Höchstbetrag festzulegen.

Mit diesen Entscheiden hielt der Nationalrat an den wesentlichsten Differenzen zum Ständerat fest. Die kleine Kammer wird sich im Rahmen der Differenzbereinigung voraussichtlich bereits nächste Woche wieder über die Vorlage beugen.

Sparen dank Managed Care

Von integrierten Versorgungsnetzen oder Managed-Care-Modellen wird gesprochen, wenn sich Leistungserbringer - etwa Hausärzte, Spezialärzte und Physiotherapeuten - zum Zweck der Koordination der medizinischen Versorgung zusammenschliessen.

Davon versprechen sich die Gesundheitspolitiker eine Optimierung der Behandlungsprozesse, eine Verbesserung der Behandlungsqualität und ein Dämpfung des Kostenwachstums.

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SDA-ATS