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Chantal Galladés Tochter Amélie im September 2014 im Nationalrat. Die Zürcher SP-Nationalrätin machte damit auf die schwierige Situation junger Eltern im Parlament aufmerksam. (Archiv)

KEYSTONE/LUKAS LEHMANN

(sda-ats)

Der Nationalrat nimmt keine Rücksicht auf die jungen Mütter und Väter in den eigenen Reihen. Er hat am Dienstag ein Postulat von Cédric Wermuth (SP/AG) abgelehnt, der Parlamentsmandat und familiäre Pflichten besser unter einen Hut bringen möchte.

Wermuth kritisierte, dass zum Beispiel die Sitzungszeiten des Nationalrates während der Session so gelegt seien, dass viele Ratsmitglieder ihre Kinder am Morgen nicht in eine Kindertagesstätte bringen oder sie am Abend rechtzeitig abholen könnten. Auch über den Sessionsrhythmus oder über die Altersvorsorge möchte Wermuth diskutieren.

Die fehlende Vereinbarkeit von Parlamentsmandat und Familie ist seiner Meinung nach einer der Gründe, warum Frauen im Parlament nach wie vor untervertreten sind. Diese ungleichen Chancen diskreditierten das Milizsystem. "Parlamentarier zu sein ist ein Privileg", sagte Wermuth. Dieses dürfe aber nicht zu einem "Privileg der Privilegierten" werden.

Das Ratsbüro hatte entsprechende Vorstösse in der Vergangenheit abgelehnt mit der Begründung, dass die Betroffenen unterschiedliche Bedürfnisse hätten. Büro-Sprecher Adrian Amstutz (SVP/BE) betonte, dass eine Umfrage ein geringes Bedürfnis nach entsprechenden Angeboten ergeben habe. Ein Pilotprojekt für eine externe Betreuung sei letztes Jahr mangels Nachfrage eingestellt worden. Wermuths Postulat scheiterte mit 122 zu 65 Stimmen bei 1 Enthaltung.

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SDA-ATS