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NATO bittet Pentagon um mehr Truppen wegen Ukraine-Krise

Die NATO hat angesichts anhaltender russischer Drohgebärden in der Ostukraine das Pentagon um Hilfe ersucht. NATO-Oberbefehlshaber in Europa, Philip Breedlove, bat um mehr Truppen und Ausrüstung.

Wegen des zunehmenden Drucks in Osteuropa und der im Baltikum, in Polen und in Rumänien getroffenen Sicherheitsmassnahmen seien zusätzliche rotierende Truppen nötig, sagte Breedlove am Montag.

In einem Bericht des Magazins "Defense News" warnte er, dass die Allianz sich in der Ukraine-Krise einem "strategischen Wendepunkt" mit Moskau nähere. Die sieben russischen Brigaden hätten die Grenze zu ihrem westlich gelegenen Nachbarland teils nahezu beseitigt.

Kiew fürchtet Zerfall

Die ukrainische Regierung warnt nach den umstrittenen Wahlen in den Regionen Donezk und Lugansk vor einem Zerfall des Landes. Aussenminister Paulo Klimkin kündigte in der "Bild"-Zeitung an, Kiew werde die Ostukraine wieder voll in seinen Machtbereich aufnehmen.

"Tatsächlich sind einige Regionen der Ostukraine unter Kontrolle von pro-russischen Terroristen und russischen Truppen. Das sind aber ukrainische Regionen und wir werden sie uns zurückholen", sagte Klimkin. Er forderte den Westen zur Verschärfung der Sanktionen gegen Russland auf.

Scharfe Kritik westlicher Staaten

Westliche Staaten kritisierten die Wahlen scharf. Die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates der USA, Bernadette Meehan, verurteilte die Wahlen am Montag als "gefälscht" und "illegal", weil sie gegen die ukrainische Verfassung und gegen einfachste Wahlnormen verstossen würden.

Die Regierung in Washington sei zudem besorgt über die Pläne Russlands, die Wahlen anzuerkennen und die erneute Bewegung von Truppen und militärischer Ausrüstung an die ukrainische Grenze.

Die prowestliche Führung in Kiew hatte die Abstimmung am Sonntag als unrechtmässig kritisiert. Präsident Petro Poroschenko sprach von einer "Farce" und erklärte die Wahlen für ungültig.

Russland: Kiew soll verhandeln

Russland dagegen bekräftigte seine Anerkennung der Wahlen, bei denen auch Parlamente bestimmt wurden. Die Regierung in Kiew müsse ihre militärische "Anti-Terror-Aktion" für beendet erklären und mit den Anführern der "Volksrepubliken" einen gleichberechtigten Dialog beginnen, sagte Vize-Aussenminister Grigori Karassin in Moskau.

Die Wahlen hätten den Vertretern der Unruheregionen das Mandat für breite Verhandlungen mit der prowestlichen Zentralregierung gegeben. Karassin warnte den Westen vor neuen Sanktionen gegen Russland. Strafmassnahmen seien im Ukraine-Konflikt "absolut kontraproduktiv", sagte er der Agentur Tass zufolge.

Separatisten sehen sich gestärkt

Nach den Wahlen sehen sich die prorussischen Separatisten in ihrem Konflikt mit der prowestlichen Zentralregierung in Kiew gestärkt. "Wir haben jetzt eine legitime Führung. Der Donbass gehört nicht mehr zur Ukraine - ob das jemandem nun gefällt oder nicht", sagte Wahlleiter Roman Ljagin am Montag in Donezk.

In den nicht anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk liessen sich die beiden bisherigen selbst ernannten "Republikchefs" Alexander Sachartschenko und Igor Plotnizki als Sieger bestätigen.

Plotnizki kündigte eine enge Zusammenarbeit mit Russland an. "Wir werden unsere Hand nicht bettelnd gegen Kiew ausstrecken, sondern würdevoll mit Moskau kooperieren", sagte er in Lugansk. "Früher oder später" erkenne der Westen die "heldenhafte Wahl" der Bevölkerung an. Das Wichtigste sei jetzt aber die Beseitigung der Kriegsschäden.

Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten starben seit April mehr als 4000 Menschen. Trotz einer Waffenruhe kommt es fast täglich zu neuem Blutvergiessen.

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