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Nach Ausschreitungen bei einer Protestaktion gegen Neonazis ist ein Aufmarsch der Rechten am Samstag in Karlsruhe abgesagt worden. Die zuständige Behörde habe das "auf Grund der aktuellen Lage" entschieden, teilte die Polizei mit.

Es fand lediglich eine Kundgebung beim Bahnhofsvorplatz statt. Bei den Angriffen der Neonazi-Gegner wurden mindestens sieben Polizisten verletzt.

Etwa 40 Gegendemonstranten hatten nach Polizeiangaben versucht, eine Gittersperre in der Nähe des Bahnhofs zu überwinden. Dabei seien Flaschen, Farbbeutel und auch Feuerwerkskörper gegen Polizeibeamte geworfen worden.

Zudem setzten die Demonstranten Pfefferspray gegen die Beamten ein, wie ein Sprecher sagte. Die Polizei wiederum nutzte Schlagstöcke und Pfefferspray, um die Gewaltbereiten zurückzudrängen.

200 Rechtsradikale vs. 2500 Gegendemonstranten

Insgesamt hatten laut Polizei etwa 2500 Demonstranten den geplanten Aufmarsch blockiert. Bis zu 200 Rechtsradikale, die sich zunächst im Bahnhof versammelt hatten, kamen nur auf den Vorplatz.

Dort schallte ihnen der Lärm aus Trillerpfeifen der Demo-Gegner entgegen. "Nazifreie Zonen schaffen" war unter anderem auf Bannern zu lesen. Nach etwa vier Stunden fuhren die Neonazis wieder nach Hause.

Der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim hatte am Freitagabend den Weg für den Nazi-Aufmarsch freigemacht. Die Stadt hatte die Demo wegen möglicher Ausschreitungen und der Gefahr der Volksverhetzung verbieten wollen.

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SDA-ATS