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Spekulation um Nestlés Strategie bezüglich L'Oréal. Im Bild Nestlé-Chef Mark Schneider. (Archiv)

Keystone/LAURENT GILLIERON

(sda-ats)

Die Aktien von Nestlé haben am Freitag im frühen Handel fester tendiert. Der Tod der L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt hatte am Markt Spekulationen darüber ausgelöst, was Nestlé mit seiner Beteiligung am französischen Kosmetikkonzern weiter tun könnte.

Laut Analysten sind dabei ganz unterschiedliche Szenarien möglich. Beim Unternehmen wollte man auf Anfrage dazu keine Stellung beziehen. Die Nestlé-Papiere legten gegen 11.00 Uhr bei hohen Volumen 0,9 Prozent auf 81,40 Franken zu, während der Gesamtmarkt gemessen am SMI leicht mit 0,2 Prozent im Plus notiert.

Die Aktien von L'Oréal notieren derweil deutlich im Plus: Eine halbe Stunde nach Handelseröffnung liegen sie 3,8 Prozent im Plus auf 183,25 Euro.

Der am Donnerstag bekannt gewordene Tod der 94-jährigen L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt heizt am Markt die Spekulationen um die Zukunft der Beteiligung von Nestlé am französischen Kosmetikkonzern an. Insgesamt hält Nestlé aktuell einen Anteil an 23 Prozent an L'Oréal.

Vertrag mit Gründerfamilie

Dabei sieht ein Vertrag mit der Gründerfamilie vor, dass sowohl der Schweizer Konzern als auch die Gründerfamilie ihren Anteil bis zu sechs Monate nach dem Tod von Bettencourt nicht erhöhen können. Verkaufen können beide Partien ihre Anteile hingegen jederzeit.

Für die Zukunft gibt es laut Analysten drei mögliche Szenarien. Erstens könnte grundsätzlich "gar nichts" passieren und die Höhe von Nestlés Beteiligung bleibt gleich hoch wie heute. Zweitens könnte L'Oréal Nestlés Anteil übernehmen, drittens könnte Nestlé umgekehrt die verbleibenden Anteile an L'Oréal kaufen und sich die Franzosen einverleiben.

Welches dieser Szenarien am wahrscheinlichsten ist, darüber gehen die Meinungen am Markt auseinander. Die Analysten der ZKB gehen davon aus, dass sich erst einmal nichts ändern wird. Nachdem Nestlé die Beteiligung an L'Oréal bereits 2014 reduziert habe, sei eine Aufstockung nun unwahrscheinlich. Frühestens in den kommenden Jahren werde Nestlé seine Beteiligung weiter abbauen. Das Rating belässt die Bank auf "Marktgewichten".

Ebenfalls keine Änderung in der Beteiligung Nestlés erwarten die Analysten von Kepler Cheuvreux. Den Grund sehen sie in der Fokussierung des Konzerns auf die Sparten Consumer Health und Nutrition. Eine Erhöhung des Anteils an L'Oréal würde diesbezüglich nicht zur Strategie passen.

Abbau möglich

Andere Stimmen gehen hingegen davon aus, dass ein Abbau bereits in kurzer Frist anstehen könnte. Der neue aktivistische Investor Dan Loeb, der im Juni mit seinem Hedgefonds Third Point beim weltgrössten Lebensmittelkonzern eingestiegen war, könnte diesbezüglich den Druck erhöhen.

Loeb hatte bereits früher den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung gefordert. Spekuliert wird dabei auf einen Rückkauf des Nestle-Anteils durch L'Oréal, weil die Franzosen die dafür nötigen Geldmittel besitzen. Sie sind frei von Schulden sitzen auf Eigenmitteln in der Höhe von rund 28 Milliarden Dollar.

Eine komplette Übernahme von L'Oréal wiederum wäre für die Schweizer ein sehr riskanter Deal, schreiben die Analysten von Jeffries. "Wir halten einen solchen daher für sehr unwahrscheinlich", so der Kommentar. Weiter heisst es, dass man sich nicht vorstellen könne, dass ein solcher Schritt der Diversifikation zur Strategie von Nestlé-Chef Mark Schneider passen würde.

Nestlé selbst wollte sich auf AWP-Anfrage vorerst nicht weiter zu Angelegenheit äussern. Man drücke aber der Familie der Verstorbenen "unser aufrichtiges Beileid aus", so ein Sprecher.

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SDA-ATS