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Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé sieht sich erneut mit Forderungen der Beteiligungsgesellschaft Third Point konfrontiert. (Archiv)

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

(sda-ats)

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé sieht sich erneut mit Forderungen der Beteiligungsgesellschaft Third Point konfrontiert. Die vom US-Investoren Dan Loeb gegründete Gesellschaft kritisiert in einem Bericht den "konfusen strategischen Kurs" von Nestlé.

Das SMI-Schwergewicht wiederum verweist in einer Stellungnahme auf das seit dem Amtsantritt des neuen CEO Mark Schneider Anfang 2017 Geleistete.

Nestlé bewege sich nicht schnell genug bei der Abtrennung von Firmenteilen, heisst es unter anderem in dem Brief von Third Point. Der US-Investor fordert konkret den Verkauf, die Abspaltung oder andere Massnahmen zur Devestition von 15 Prozent des Umsatzes. Die Mittel daraus sollen für Akquisitionen und weitere Aktienrückkäufe verwendet werden.

Der Umbau bei Nestlé geht zu langsam

Die vom neuen Nestlé-Chef Mark Schneider im vergangenen Jahr eingeleiteten Massnahmen wie das Aktienrückkaufprogramm, die Marketing-Vereinbarung mit Starbucks oder der Zukauf von schnell wachsenden Unternehmen wie Blue Bottle Coffee sind laut Loeb ungenügend. "Das Management von Nestlé bewegt sich beim Ausstieg aus wenig rentablen und nicht strategischen Geschäftsteilen zu langsam", heisst es konkret.

In weiten Teilen wiederholt Loeb mit dem am Wochenende veröffentlichten Bericht Forderungen, die er bereits in einem Brief an die Aktionäre im vergangenen Januar gestellt hatte. So soll etwa die Beteiligung am französischen Kosmetikkonzern L'Oréal, an dem Nestlé einen Anteil von rund 23 Prozent hält, abgestossen werden.

L'Oréal selber hat über den CEO Jean-Paul Agon im vergangenen Februar auch schon durchblicken lassen, dass ein Rückkauf des Nestlé-Anteils in Frage käme und das Unternehmen auch über die finanziellen Mittel dazu verfüge.

Neu schlägt Third Point in dem auf der Homepage "www.nestlenow.com" veröffentlichten Report die Aufteilung von Nestlé in die drei Sparten "Beverages", "Nutrition" und "Grocery" vor. Damit könnte die Bürokratie bei Nestlé verringert werden, so die Begründung. Der Investor erachtet eine operative Gewinnmarge von 20 Prozent als realistisch, Nestlé hat sich dagegen bis 2020 lediglich ein Ziel innerhalb einer Bandbreite von 17,5 bis 18,5 Prozent gesetzt.

Nestlé begrüsst Vorschläge von Third Point

Nestlé wollte die neuerlichen Forderungen von Third Point am frühen Morgen noch nicht kommentieren, reagierte aber am Nachmittag mit einer Stellungnahme. "Der Verwaltungsrat und das Management von Nestlé nehmen die Perspektiven aller Aktionäre ernst und begrüssen ihren kontinuierlichen Beitrag", so der Wortlaut in der Mitteilung mit Blick auf die Forderungen von Third Point.

Darüber hinaus verweist Nestlé auf die unter Schneider bereits erreichten Fortschritte. Unter anderem wird dabei die Ernennung des neuen CEO an sich als Pluspunkt verbucht, andererseits die Beschleunigung der Neupositionierung des Portfolios, das jüngste Umsatzwachstum in einem schwierigen Umfeld oder die Investitionen in die eigenen Marken.

Nestlé nimmt weiter für sich in Anspruch, im vergangenen Jahr die Restrukturierung beschleunigt und die operative Effizienz verbessert zu haben. Ausserdem sei nun ein Margenziel formuliert worden und hier hätten die ersten Ergebnisse die Erwartungen bereits übertroffen.

Aktie reagiert kaum auf die Vorgänge

Third Point hatte sich vor gut einem Jahr an Nestlé beteiligt und hält etwas mehr als 1 Prozent an Nestlé. Seither macht der Investor Druck auf das Management unter dem neuen Firmenchef Mark Schneider.

Die Nestlé-Aktie hält sich am Montag in einem schwachen Gesamtmarkt knapp im Plus (+0,2%) und wird damit ihrer Rolle als stabiler Wert in unsicheren Börsenzeiten gerecht. In Marktkreisen wird den Forderungen von Loeb eine gewisse Sympathie entgegengebracht, gleichzeitig wird aber auch bezweifelt, ob er mit seinem geringen Anteil bei Nestlé viel werde bewirken können.

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