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Neuenburger Schütze war der Polizei bekannt

Der junge Mann, der in in Neuenburg einen Sicherheitsmann angeschossen und danach sich selbst getötet hat, hat eine Nachricht hinterlassen. Er nahm am 1000-Jahr-Fest in der Stadt teil und trank dort viel Alkoholisches. Dann schrieb er daheim den Abschiedsbrief.

Darin teilte er mit, dass das Leben nur ein Spiel sei, dass er dieses geniesse und dass sich alle zum Teufel scheren sollten. Laut Angaben der Neuenburger Staatsanwaltschaft vom späten Montagabend schickte der in Neuenburg wohnhafte Mann zudem an drei Bekannte eine SMS, worin er festhielt, er bereue nichts.

Danach kehrte der 21-Jährige - er war Leutnant in der Armee - mit seiner Ordonnanzwaffe zurück ans Fest. Vor der Diskothek "Le Cancun" schoss er in der Nacht auf Sonntag auf den Sicherheitsmann, bevor er die Pistole auf sich selbst richtete.

Opfer angehört

Das 39-jährige Opfer, das mit dem Schützen keinerlei Differenzen gehabt hatte, wurde am Hals verletzt. Es wurde inzwischen von den Ermittlern angehört. Sein Zustand wurde als stabil bezeichnet. Der Mann habe mit Glück überlebt, bestätigte der zuständige Staatsanwalt eine Meldung der Zeitung "Le Matin".

Der Schütze war den Polizei- und Justizbehörden bereits bekannt. Die Ermittlungen ergaben, dass er einem Fanclub von Neuenburg Xamax angehört hatte. Im September 2010 war er nach einem Auswärts-Spiel von Xamax in Uznach SG wegen einfacher Körperverletzung verurteilt worden; seit Oktober hatte er Stadionverbot.

Ausserdem soll er ein Anhänger von Video-Kriegsspielen gewesen sein. In den zwei vergangenen Monaten hatte er gegenüber einem Freund über ein gewisses Unwohlsein geklagt. Im Rahmen der Ermittlungen sind auch toxikologische Analysen am Laufen.

Kein Waffenentzug erwägt

Laut einem Sprecher der Armee reichte die Vorgeschichte des Täters nicht aus, um dessen Ordonnanzwaffe wegzunehmen. "Nach unserer Meinung rechtfertigt eine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung keinen Waffenentzug", sagte Armee-Sprecher Daniel Reist auf Anfrage.

In solchen Fragen werde von Fall zu Fall entschieden. Die Polizei halte die Armee über Verurteilungen auf dem Laufenden, sagte Reist. "Unsere Juristen entscheiden dann über einen möglichen Entzug der Waffe."

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