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An der Afghanistan-Konferenz in Moskau nehmen erstmals auch die Taliban teil.

Keystone/AP/PAVEL GOLOVKIN

(sda-ats)

Eine internationale Konferenz zu Afghanistan hat neue Hoffnungen auf ein Ende des Bürgerkriegs dort geweckt. Russland als Gastgeber der Gespräche am Freitag in Moskau sieht Verhandlungen als Grundlage für eine Friedenslösung.

Einen Beitrag dazu könne die Teilnahme der radikalislamischen Taliban an der Konferenz leisten, sagte Aussenminister Sergej Lawrow nach russischen Medienberichten. Auch das Aussenministerium in Kabul knüpfte Hoffnungen an das Treffen.

Die afghanische Regierung sei zuversichtlich, dass die von Russland veranstalteten Diskussionen eine Grundlage für direkte Friedensgespräche mit den Militanten in der Zukunft sein könnten, hiess es in einer Mitteilung.

Die Regierung selbst hatte keine hochrangigen Vertreter nach Moskau entsandt, sich aber für die Teilnahme des Friedensrates ausgesprochen. Er ist verantwortlich für die Aussöhnung mit bewaffneten Gruppen in Afghanistan.

Keine konkreten Ergebnisse

Die Bereitschaft der Taliban zu den Gesprächen in Moskau veranlasste Lawrow zu vorsichtigem Optimismus. Dies sei ein "wichtiger Beitrag", um günstige Bedingungen für direkte Verhandlungen zwischen der Regierung, den Taliban, Vertretern der breiten Öffentlichkeit und anderen politischen Kräften im Land zu schaffen. Russland werde weiterhin alles unternehmen, um einen Dialog zu starten.

Ein Abschlussdokument wurde nach dem Treffen nicht vorgelegt. Damit war auch nicht gerechnet worden. Das Aussenministerium teilte mit, die Gespräche sollten in dem Moskauer Format fortgesetzt werden. Die Taliban erklärten Medienberichten zufolge, weiterhin nicht mit der Regierung in Kabul verhandeln zu wollen, sondern nur mit den USA. Sie forderten einen Abzug aller ausländischen Truppen aus dem Land.

Ein erster Anlauf für eine solche Konferenz war im August am Einspruch der afghanischen Regierung gescheitert. In dem Land herrscht seit Jahren Bürgerkrieg zwischen den radikalislamischen Taliban und der vom Ausland unterstützten Führung des Landes.

US-Bemühungen

Neben Moskau bemüht sich auch die US-Regierung seit mehreren Monaten intensiv um Friedensgespräche. Im Zuge dessen trafen sich US-Gesandte bisher zwei Mal zu Direktgesprächen mit Vertretern der Taliban.

Laut russischem Aussenministerium war zu dem Gespräch in Moskau auch ein Vertreter der US-Botschaft eingeladen. Noch im August hatten die Amerikaner eine Einladung Russlands ausgeschlagen.

Die USA sind seit 17 Jahren in den Afghanistan-Krieg involviert. Russland befürchtet, dass sich Washington langfristig Einfluss in der Region sichern möchte. Zudem will Moskau die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) möglichst klein halten.

"Gute Kontakte"

Im August hatte der russische Sondergesandte für Afghanistan, Samir Kabulow, erklärt, zwischen Russland und den Taliban hätten sich gute Kontakte ergeben. Moskau hoffe, dass die Taliban gegen den IS vorgehe.

Lawrow stellte bei der Konferenz fest: "Der Islamische Staat versucht mit Unterstützung externer Geldgebern, Afghanistan zu einem Sprungbrett für die Expansion nach Zentralasien zu machen." Es sei die Aufgabe aller Länder, den Afghanen dabei zu helfen, die terroristische Bedrohung zu bannen. Russland hatte Vertreter aus allen an Afghanistan grenzenden Ländern eingeladen.

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SDA-ATS