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Eine Trinkmenge von mehr als drei Litern pro Tag mit entsprechend vermehrter Urinausscheidung gilt als zu viel. Ob es sich dabei aber um ein medizinisches Problem oder um eine harmlose Gewohnheit handelt, kann nun ein neuer Bluttest zuverlässig feststellen. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP dapd/STEFFI LOOS

(sda-ats)

Wer mehr als drei Liter Wasser pro Tag trinkt, könnte an einer Hormonstörung leiden. Möglicherweise ist das viele Trinken aber auch eine medizinisch unbedenkliche Gewohnheit. Ein neues Verfahren erlaubt nun eine schnelle und zuverlässige Diagnose.

Das literweise Trinken und die entsprechend vermehrte Urinausscheidung- in der Fachsprache Polydipsie-Polyurie-Syndrom genannt - entstehen meist mit der Zeit durch Gewohnheit, wie aus einer Mitteilung der Universität Basel vom Donnerstag hervorgeht. Allerdings kann es sich auch um ein Begleitsymptom einer psychischen Krankheit handeln.

In seltenen Fällen kann ein Diabetes insipidus vorliegen. Bei dieser Krankheit fehlt in der Hirnanhangdrüse das Hormon Vasopressin, welches im menschlichen Körper den Wasser- und Salzgehalt reguliert. Die Patienten können den Urin nicht konzentrieren, verlieren deshalb grosse Mengen an Flüssigkeit und müssen entsprechend viel trinken, um nicht auszutrocknen.

In der medizinischen Praxis ist es äusserst wichtig, zwischen einer harmlosen, auch primär genannten Polydipsie und einem Diabetes insipidus zu unterscheiden. Letzterer muss mit dem Hormon Vasopressin behandelt werden, während Patienten mit der primären Polydipsie verhaltenstherapeutisch begleitet werden mit dem Ziel, die Trinkmenge zu reduzieren. Eine falsche Behandlung kann lebensbedrohliche Folgen haben, da eine Therapie mit Vasopressin ohne Indikation zu einer Wasservergiftung führen kann.

Durstversuch unangenehm und ungenau

Für die Diagnose mussten sich Patientinnen und Patienten bisher einem sogenannten Durstversuch unterziehen. Dabei dürfen sie während 16 Stunden keine Flüssigkeit zu sich nehmen. Anschliessend interpretieren die Ärzte die Konzentration des Urins.

Allerdings führte dieser Test nur in etwa der Hälfte aller Fälle zu einer klaren und richtigen Diagnose. Zudem ist ein 16-stündiges Dursten für die Betroffenen äusserst unangenehm und belastend.

Treffsicherer Bluttest

Forschende der Universität, des Universitätsspitals Basel und der Universität Leipzig verglichen nun in einer Studie mit rund 150 Patienten an elf Kliniken den herkömmlichen Durstversuch mit einer neuen Diagnosemethode. Diese besteht aus einer zweistündigen Infusion mit einer hypertonen Salzlösung. Anschliessend wird im Blut der Patienten die Konzentration des Biomarkers Copeptin gemessen, welches den Gehalt des Hormons Vasopressin im Blut widerspiegelt.

Es zeigte sich, dass die diagnostische Treffsicherheit der neuen Methode sogar höher ist als die der herkömmlichen: 97 Prozent aller Patienten konnten mit dem Bluttest richtig diagnostiziert und schnell entsprechend behandelt werden, wie die Forschungsgruppe in der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" berichtet.

Der Durstversuch lieferte in der Studie, die von Julie Refardt vom Unispital Basel und Wiebke Fenske von der Universität Leipzig unter der Leitung von Mirjam Christ-Crain vom Unispital und der Uni Basel durchgeführt wurde, nur in 77 Prozent der Fälle die richtige Diagnose. Der neue Test soll ab sofort zum Einsatz kommen.

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