Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Die Sparbemühungen im Euroraum zeigen Wirkung: Die Neuverschuldung in den 17 Euro-Ländern ist 2011 auf 4,1 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) gefallen. Im Vorjahr hatte sie noch 6,2 Prozent betragen, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Montag mitteilte.

Im 27 Staaten umfassenden EU-Raum sank das Budgetdefizit von 6,5 auf 4,5 Prozent. Damit liegen sowohl die Euro-Länder als auch die EU-27 im Durchschnitt aber noch immer über den erlaubten 3 Prozent Neuverschuldung. Zudem ist der öffentliche Schuldenstand in der Euro-Zone (von 85,3 auf 87,2 Prozent) wie in der gesamten EU (von 80 auf 82,5 Prozent) angestiegen.

Das grösste Budgetdefizit weist Eurostat für Irland mit 13,1 Prozent aus, was gegenüber dem Vorjahr mit 32,1 Prozent aber eine deutliche Verbesserung darstellt. Eurostat meldete für die Zahlen aus Irland jedoch Vorbehalte betreffend deren Richtigkeit an, da die Umstrukturierungsvorhaben für die Allied Irish Banks und Irish Life & Permanent bisher nicht abgeschlossen seien. Nach irischen Angaben war das Budgetdefizit 2011 deutlich niedriger.

Problem-Staaten verringern Budgetdefizit

Auch in den anderen beiden Euro-Staaten, die sich mit Hilfsgeldern aus dem Euro-Rettungsfonds über die Runden helfen lassen, ist das Budgetdefizit gesunken: Portugal verringerte es von 9,8 auf 4,2 Prozent, Griechenland von 10,3 auf 9,1 Prozent.

Der Wackelkandidat Spanien, der zuletzt wieder bei Staatsanleihen höhere Renditen bezahlen musste, verkleinerte das Budgetdefizit von 9,3 auf 8,5 Prozent. Damit bestätigten die europäischen Kontrolleure die Angaben der neuen konservativen Regierung vom Februar, die innerhalb der EU Zweifel ausgelöst hatten.

Überraschendes Ungarn

Für eine Überraschung sorgte das Nicht-Euroland Ungarn. Die Magyaren konnten ihr Budgetdefizit von 4,2 Prozent im 2010 auf einen Überschuss von 4,3 Prozent umwandeln. Allerdings wurde dabei seitens der EU-Kommission kritisiert, dass es sich hier nur um Einmaleffekte und keine nachhaltige Budgetsanierung handle.

Die besten Werte unter sämtlichen 27 EU-Ländern erzielten hinter Ungarn der Reihe nach Estland (+1,0 Prozent), Schweden (+0,3 Prozent), Deutschland (-1,0 Prozent), Luxemburg (-0,6 Prozent) und Finnland (-0,5 Prozent).

Griechen mit den grössten Schulden

In Frankreich betrug das Budgetdefizit 2011 dagegen satte 5,2 Prozent. Auch der Schuldenstand lag in Paris mit 85,8 Prozent höher als bei den erlaubten 60 Prozent. Allerdings schneidet die andere EU-Lokomotive Deutschland mit 81,2 Prozent Staatsschulden nicht wesentlich besser ab.

Griechenland weist mit einer Gesamtschuld von 165,3 Prozent des jährlichen BIP die höchste Quote auf, gefolgt von Italien mit 120,1 Prozent, Irland mit 108,2 Prozent und Portugal mit 107,8 Prozent. Die niedrigste Verschuldung verbuchte Estland mit 6,0 Prozent, gefolgt von Bulgarien mit 16,3 Prozent, Luxemburg mit 18,2 Prozent, Rumänien mit 33,3 Prozent und Schweden mit 38,4 Prozent.

SDA-ATS