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Zwölf Jahre nach der Gold-Doublette von Philipp Schoch empfiehlt sich ein nächster Schweizer Snowboarder für die alpine Olympia-Poleposition: Nevin Galmarini ist bereit für den Karriere-Höhepunkt.

Für die olympischen Nebenschauplätze interessiert sich Nevin Galmarini nicht. Ein Pflichtbesuch im House of Switzerland genügt. "Ich bin zum dritten Mal an Winterspielen, für mich zählt nur etwas: der Renntag." Die totale Konzentration auf das grosse Ziel, der berüchtigte Tunnelblick. Galmarini setzt ihn früh auf. Vier Jahre nach der Silberfahrt in Sotschi peilt er ein nächster Run des Lebens an.

"Ihm traue ich alles zu, er kann Gold gewinnen. Die Klasse dazu besitzt er", sagt einer, der es wissen muss: Philipp Schoch, Doppel-Olympiasieger, der Riesenslalom-Dominator der Spiele in Salt Lake City und Turin, aktuell im Coachingstab der japanischen Delegation. Während Jahren carvte Galmarini im Sog der Schoch-Brothers. Inzwischen ist der Bündner zum Leader der Alpin-Equipe aufgestiegen und besitzt die Chance, als erster Schweizer Alpinboarder seit Simon Schochs Triumph vor elf Jahren den Gesamtweltcup zu gewinnen.

Galmarinis Linie ist keine zufällige. Im Circuit gilt der 31-Jährige als ausgesprochener Perfektionist, als Fahrer mit Ecken und Kanten. Wenn ihn etwas stört, meldet er sich zu Wort. Enge Begleiter beschreiben ihn als "Kontrollfreak", andere weisen auf seine Zusatzefforts im Materialsektor hin. Mit dem Bretthersteller steht Galmarini permanent im Austausch und entwickelt mit.

Die Liebe zum Detail, die ausnahmslos zielgerichtete Arbeit, die Bemühung, beeinträchtigende Zufälle auf ein Minimum zu reduzieren, treiben ihn an. "Er optimiert überall und ist weiterhin dran. Nevins Entwicklung hört nie auf - weder im Material- noch im Ausdauerbereich. Die kleinen Dinge sind in der Summe entscheidend", analysiert Chef-Trainer Christian Rufer.

Nach einem zweijährigen Timeout kümmert sich Rufer auch wieder intensiv um Galmarini. Der Rückkehrer hat einen Athleten angetroffen, der sich von der gloriosen Schweizer Alpin-Vergangenheit emanzipiert hat, der als FIS-Tour-Leader keine Sekunde daran zweifelt, den wichtigsten Sieg seiner über elfjährigen Profi-Karriere. "Er hat an allen Grossevents Medaillen gewonnen. Die Frage, genüge ich, stellt sich nicht."

Im Rennalltag trägt er Orange. Die Weltranglisten-Nummer 1 ist exponiert. Mit seiner Favoritenrolle kann Galmarini umgehen. Die profane Konstanz wird auch in Bokwang zum Thema. "Gut connecten" will er die im besten Fall sechs Fahrten. Und er freue sich auf den Nervenkitzel, auf den speziellen Moment, "auf die Chance, etwas Grosses zu reissen".

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SDA-ATS