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Aktion vor dem Bundeshaus: Aus Sicht der Roma-Organisationen reicht die vom Bund angestrebte Anerkennung als nationale Minderheit nicht aus. Ihre Forderungen wollen sie Innenminister Alain Berset persönlich überreichen.

Franziska Rothenbühler / Gesellschaft für bedrohte Völker

(sda-ats)

Mehrere Roma-Organisationen und die Gesellschaft für bedrohte Völker fordern Respekt und Anerkennung für Roma in der Schweiz. Obwohl die Minderheit seit 600 Jahren hierzulande lebe, werde sie immer noch als Fremdkörper wahrgenommen, kritisieren die Organisationen.

Minderheiten wie Jenische, Sinti und Roma hätten eine eigene Kultur und Sprache und seien gut integriert, teilten die Organisation am Donnerstag im Hinblick auf den internationalen Tag der Roma vom Samstag mit.

Trotz dieser Realität seien die Kenntnisse in der Schweizer Gesellschaft gering, auch weil die Geschichte dieser Minderheiten nicht zum obligatorischen Schulstoff gehörten. Klischees und Vorurteile würden deshalb auch heute unhinterfragt weitergegeben, heisst es in der Mitteilung weiter.

Positiv werten die Organisationen den Aktionsplan des Bundes. Damit sollen Jenische, Sinti und Roma hierzulande als nationale Minderheit anerkannt werden. Zudem soll ihre Sprache und Kultur gefördert werden.

Aus Sicht der Roma-Organisationen reicht die Anerkennung nicht aus. Behörden und Politik müssten sich auch gegen Rassismus, für die Aufarbeitung der Schweizer "Zigeunerpolitik" und eine mediale Berichterstattung engagieren, welche die Roma nicht pauschalisiere. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die Roma-Organisationen Bundesrat Alain Berset um ein Treffen gebeten.

SDA-ATS

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