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Nicht ausschliesslich heterosexuell orientierte Jugendliche werden öfter zum Ziel von Gewalt. (Symbolbild)

KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

(sda-ats)

Nicht ausschliesslich heterosexuell orientierte Jugendliche sind öfter Ziel von Gewalt oder Mobbing als andere. Das zeigt die Auswertung zweier Studien, bei denen 2500 Schüler im Alter von 15 Jahren in der Waadt und in Zürich befragt wurden.

Die Bezeichnung "nicht ausschliesslich heterosexuell orientierte Jugendliche" wirkt auf dem ersten Blick umständlich, ist aber der Zurückhaltung bei der Fragestellung der beiden Studien geschuldet.

"Im Alter von 15 Jahren haben sich Jugendliche selten schon als schwul oder lesbisch definiert, das kommt eher im Erwachsenenalter", sagte am Donnerstag Raphaël Bize vom Universitätsspital Lausanne (CHUV) vor den Medien.

Er wertete im Auftrag des Waadtländer Bildungsdepartements zwei Studien aus dem Jahr 2014 zum Thema Jugendgewalt und Konsum von Drogen aus. Damals wurden bereits die Fragen nach der sexuellen Orientierung gestellt, aber noch nicht ausgewertet.

Grundtenor der Studie damals: Zwischen 2004 und 2014 gingen die Gewalt und der Konsum von Cannabis, Tabak und Alkohol eher zurück, beim Mobbing allerdings wurde eine Zunahme verzeichnet. Das betraf die 4,7 Prozent der Jugendlichen, die sich in der Studie als nicht ausschliesslich heterosexuell bezeichneten, besonders stark.

Mit 18,1 Prozent liegt bei ihnen der Anteil der von Mobbing betroffenen Personen viel höher als die 4,2 Prozent der anderen Jugendlichen, die sich als rein heterosexuell sehen. Sie bezeichneten zudem ihren Gesundheitszustand als schlechter und gaben an, mehr Cannabis, Alkohol und Tabak zu konsumieren.

Häufiger Opfer von Gewalt

Auch von Fällen von Erpressung auf dem Schulhof, der gewaltsam geforderten Herausgabe von Geld, bei der sexuellen Gewalt sowie Schlägen oder Körperverletzungen waren diese nicht ausschliesslich heterosexuell orientierten Jugendlichen mehr betroffen.

Von der sexuellen Gewalt waren junge Männer stärker betroffen als junge Frauen. Die Gründe dafür sind unklar, könnten aber damit zusammenhängen, dass bei den jungen Männern der Zwang stärker sein dürfte, maskulin und stark aufzutreten, sagte Raphaël Bize vom CHUV.

Dass junge Männer stärker von sexueller Gewalt betroffen sind als junge Frauen bestätigte an der Medienkonferenz auch Mehdi Künzle, Präsident der Waadtländer Vereinigung VoGay. Bei der Organisation, die eine Helpline führt, würden sich deutlich mehr junge Männer melden.

Resultate in Waadt und Zürich gleich

Insgesamt zeige sich, dass die Gruppe der nicht ausschliesslich heterosexuell orientierten Jugendlichen verletzlicher sei, sagte Serge Loutan vom Waadtländer Bildungsdepartement. Die Resultate fielen in den Kantonen Waadt und Zürich fast gleich aus.

Aufgrund der Resultate müsse der Kampf gegen Homophobie und Diskriminierung in den Waadtländer und Zürcher Schulen fortgesetzt werden, sagte Loutan. Um das Problem weiter zu untersuchen, wird derzeit eine ähnliche Studie in den Schulen nach der obligatorischen Schulzeit vorgenommen.

SDA-ATS