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Nigerias wiedergewählter Präsident reicht Gegnern die Hand

Nach seiner Wiederwahl hat der nigerianische Staatschef Goodluck Jonathan sein Land zur Einheit aufgerufen und sich versöhnlich an die unterlegenen Herausforderer gewandt. Er erklärte am Montagabend, er betrachte seine Herausforderer "nicht als Gegner, sondern als Partner".

Am Dienstag kam es allerdings erneut zu Ausschreitungen, bei denen laut Rotem Kreuz zahlreiche Menschen starben.

In seiner Siegeserklärung bezeichnete Jonathan namentlich auch seinen schärfsten Herausforderer, den 67-jährige Muslim und ehemaligen Militärmachthaber Muhammadu Buhari, als "Partner". Zugleich lobte der wiedergewählte Präsident den Verlauf der Wahlen: "Nigeria hat der Welt bewiesen, dass es freie, faire und glaubwürdige Wahlen abhalten kann."

Wahlsieg offiziell verkündet

Zuvor hatte die Wahlkommission den Sieg Jonathans bei den Wahlen vom Samstag verkündet. Der 53 Jahre alte Christ kam demnach auf 57 Prozent der Stimmen, Herausforderer Buhari errang 31 Prozent.

Der britische Aussenminister William Hague lobte die Wahl als "glaubwürdigste seit dem Ende der Militärherrschaft 1999". Eine lokale Wahlbeobachtergruppe erklärte, das Ergebnis spiegle korrekt wider, wie die Nigerianer gewählt hätten.

Buhari verurteilt Gewalt

Buhari äusserte sich nicht öffentlich zu dem Wahlergebnis, seine Partei zog das Wahlergebnis jedoch in Frage. Dem Sender BBC Hausa sagte Buhari am Dienstag, er und seine Partei verurteilten die Gewalt und riefen die Menschen zur Zurückhaltung auf.

Weil Jonathan in bestimmten Landesteilen auf aussergewöhnlich hohe Stimmanteile gekommen war, hatte es Ausschreitungen gegeben. Die Wahl zeigte die tiefe Spaltung zwischen dem christlich dominierten Süden und dem überwiegend muslimischen Norden des Landes.

Tote bei erneuten Ausschreitungen

In der nördlichen Stadt Kano wurden zahlreiche Menschen getötet, konkrete Opferzahlen lagen nicht vor. Zudem wurde das Haus des Vize-Präsidenten Namadi Sambo angezündet und eine 24-stündige Ausgangssperre in seinem Heimatbundesstaat Kaduna verhängt. Beim Überfall auf ein Gefängnis konnten zahlreiche Insassen fliehen.

Nach Angaben des Roten Kreuzes in Nigeria kamen bei den Ausschreitungen im Norden in der Nacht zu Dienstag "viele Menschen" ums Leben. Genaue Informationen zu den Opferzahlen lagen zunächst aber nicht vor.

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