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Der Meister heisst Basel, der Cupsieger auch, der Absteiger wird Vaduz heissen. In der Super League ist vieles entschieden. Dennoch ist vor der 35. Runde vom Sonntag nicht jede Spannung gewichen.

Es geht namentlich um die Plätze in der Europa League. Dabei ist noch einiges offen.

Die Position der Young Boys als dauerhafte Zweite hinter Basel steht seit langem fest. Die Berner werden in der Qualifikation zwei Gegner aus dem Weg räumen müssen, um in die lukrative Gruppenphase der Königsklasse zu gelangen. Scheitern sie am ersten Gegner, bleiben sie immerhin noch in der Qualifikation zur Europa League. Scheitern sie - wie vor einem Jahr gegen Borussia Mönchengladbach - am zweiten Gegner, kommen sie direkt in die Gruppenphase der Europa League.

Interessant sind vor den letzten zwei Runden der Super League die Kämpfe um die Plätze 3 und 5. Der 3. Rang wird mit der Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League belohnt, während der 5. Rang gerade noch die Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League bedeutet.

Lugano hat den 3. Platz derzeit inne, einen Punkt vor Sion, das seine erste Niederlage in einem Cupfinal verdauen muss. Die Tessiner, mit 22 Punkten die beste Mannschaft der letzten 9 Runden, haben auf dem Papier gute Aussichten, die verbleibenden zwei Spiele (in Lausanne und gegen Luzern) zu gewinnen und damit den 3. Schlussrang aus eigener Kraft sicherzustellen.

Den europäischen Status haben die Tessiner bereits auf sicher. Sie kehren unter die Etablierten des Schweizer Fussballs zurück, und zwar 15 Jahre nach der betrüblichsten Saison der Klubgeschichte. Damals, 2002, beendeten sie die Meisterschaft als Dritte. Schon im Frühling hatte sich Helios Jermini das Leben genommen. Der Präsident hatte Kundengelder veruntreut, um den Verein zu finanzieren. Nach dem Wegfall des unlauteren Mäzenatentums stand der Klub vor dem Nichts und musste sich zwangsrelegieren lassen. Erst 13 Jahre später gelang der Wiederaufstieg. Mit Jerminis Hilfe hatten für die Tessiner unter anderem der Cupsieg 1993 und zwei 2. Plätze in der Meisterschaft herausgeschaut (1995 und 2001, beide Male hinter den Grasshoppers).

Unter der jetzigen Führung des Präsidenten, Sportchefs und Geldgebers Angelo Renzetti könnten die Luganesi den 3. Platz, der ihnen niemand zugetraut hat, schon am Sonntagnachmittag sicherstellen. Dann nämlich, wenn sie in Lausanne gewinnen und Sion in St. Gallen verliert.

Der FC Luzern benötigt noch einen Sieg, um am Schluss sicher mindestens Fünfter zu sein. In diesem Fall hätten Thun und St. Gallen das Nachsehen, was die Plätze im Europacup betrifft.

Die Super-League-Spiele im Einzelnen

Grasshoppers - Basel (Direktbegegnungen in dieser Saison: 1:3, 0:2, 0:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Hänni. - Absenzen: Dabbur (gesperrt) und Basic (verletzt); Bua (verletzt). - Fraglich: - ; Callà, Delgado. - Statistik: Aus der einstigen seriösen Rivalität zwischen den Zürchern und den Double-Gewinnern aus Basel ist eine schon Jahre anhaltende einseitige Angelegenheit geworden. In den letzten zehn Direktbegegnungen gab es kein einziges Unentschieden. Basel gewann acht Mal. Die Basler müssen GC zum vierten Mal in dieser Saison besiegen, um die Chance zu wahren, ihren eigenen bisherigen Rekord von 85 Punkten aus dem Jahr 2004 zu übertreffen. Nach einem Zwischenhoch mit 13 Punkten aus 6 Spielen hat GC die letzten beiden Partien verloren, während Basel seit vier Spielen ohne Sieg dasteht.

Lausanne - Lugano (1:1, 4:1, 1:2). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Schärer. - Absenzen: Margiotta und Frascatore (beide verletzt); Alioski (gesperrt), Jozinovic, Rosseti und Crnigoj (alle verletzt). - Statistik: Nur wenn man die Extremfälle der Mathematik ausreizt, muss man die Waadtländer noch als abstiegsgefährdet bezeichnen. In Wirklichkeit können sie im Match gegen Lugano ein Schaulaufen zelebrieren, das sie sich nach den zahlreichen tollen Leistungen ab Mitte März vollauf verdient haben. Auch die Tessiner können mehr als befreit aufspielen. Sie sind mit 22 Punkten aus neun Spielen die beste Mannschaft der letzten fast zwei Monate. Sie vollzogen die Verwandlung vom potenziellen Absteiger zum künftigen Europa-League-Teilnehmer.

Luzern - Vaduz (3:1, 3:0, 2:0). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Amhof. - Absenzen: Lucas (verletzt); Konrad (gesperrt), Jehle, Pfründer, Costanzo, Brunner (alle verletzt), Hasler, Kaufmann (beide rekonvaleszent) und Janjatovic (private Gründe). - Fraglich: - ; Burgmeier. - Statistik: Mit dem Spiel beim FC Luzern, gegen den sie aus den letzten neun direkten Duellen nur ein Pünktchen geholt haben, kann für die Liechtensteiner die Planung der Challenge-League-Saison 2017/18 beginnen. Auf der anderen Seite wollen die Luzerner das Strohfeuer des 3:2-Sieges bei Sion (nach einer Serie von fünf Niederlagen) zu einem grösseren Brand ausweiten. Auch wollen sie die Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation aus eigener Kraft sicherstellen. Hierfür fehlt ihnen noch ein Sieg.

St. Gallen - Sion (1:2, 2:1, 2:1). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Erlachner. - Absenzen: Gaudino (gesperrt), Salihovic und Toko (beide verletzt); Mveng (verletzt). - Fraglich: - ; Konaté, Akolo. - Statistik: Die Sittener lecken nach ihrer ersten Niederlage in einem Cupfinal die Wunden. Für den Geschäftsmann Christian Constantin war der Trainerwechsel in der zweiten April-Hälfte kein lohnendes Geschäft. Hatte es Peter Zeidler in 24 Meisterschaftsspielen auf einen Durchschnitt von 1,75 Punkten gebracht, schauten unter Sébastien Fournier nur 0,8 Punkte heraus. Mit den St. Gallern geht es derweil aufwärts. Einer Serie von fünf Niederlagen liessen sie drei Siege in vier Spielen folgen. Auch in den letzten vier Direktbegegnungen mit Sion gewann St. Gallen dreimal. St. Gallens Trainer Giorgio Contini setzt für die letzten beiden Super-League-Spiele im Tor auf den Österreicher Dejan Stojanovic, der Daniel Lopar ersetzt. Contini will sich schon jetzt für die kommende Saison ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Torhüter machen.

Thun - Young Boys (1:4, 2:3, 2:3). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Jaccottet. - Absenzen: Schindelholz, Ferreira, Bigler, Lauper und Zino (alle verletzt); Hoarau, Sanogo, Sulejmani (alle verletzt) und Wüthrich (rekonvaleszent). - Fraglich Bürki; - . - Statistik: Thun ist wie GC und Lausanne im Niemandsland der Tabelle. Dies gilt auch für die Young Boys auf dem weiträumig isolierten 2. Platz. So wird es für die Berner Oberländer vor allem darum gehen, die schwarze Serie von acht aufeinanderfolgenden Niederlagen in den Kantonalduellen zu beenden. Dabei hat sich ein Torverhältnis von 7:23 angehäuft. Beide Mannschaften sind in einer guten Phase: Thun mit vier Siegen und zwei Remis aus den letzten sechs Spielen, YB mit einer Reihe von vier Siegen, die nur durch das 0:1 in Vaduz unterbrochen wurde.

Rangliste: 1. Basel 34/80 (85:33). 2. Young Boys 34/65 (70:44). 3. Lugano 34/50 (50:59). 4. Sion 34/49 (58:53). 5. Luzern 34/46 (59:64). 6. Thun 34/41 (55:62). 7. St. Gallen 34/40 (41:52). 8. Grasshoppers 34/37 (45:57). 9. Lausanne-Sport 34/35 (50:58). 10. Vaduz 34/29 (42:73).

SDA-ATS

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