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Eine neue Flüchtlingswelle hat die italienische Insel Lampedusa erreicht. Innerhalb der letzten 24 Stunden gelangten 21 Boote mit mehr als 1600 nordafrikanischen Flüchtlingen aus Tunesien auf die süditalienische Insel Lampedusa, wie die italienische Küstenwache am Dienstag berichtete.

Die Küstenwache von Lampedusa bestätigte Berichte von Augenzeugen, wonach ein Flüchtlingsboot mit möglicherweise bis zu 70 Menschen an Bord vor der tunesischen Küste untergegangen ist. Einige Überlebende des Schiffbruchs vor der tunesischen Küstenstadt Zarzis wurden von einem anderen Flüchtlingsboot aufgenommen und erreichten so Lampedusa. Unklar ist, wie viele Menschen ums Leben kamen.

Von italienischen Gewässern ferngehalten wurde am Dienstag ein von Marokko gechartertes Schiff mit mehr als 1800 Menschen an Bord. Das Schiff "Mistral Express" war am Sonntag in Libyen aufgebrochen und wollte für einen Versorgungshalt den sizilianischen Hafen Augusta anlaufen. Dies verhinderte eine italienische Korvette nach Anweisung aus Rom.

Die italienische Regierung wollte mehr Klarheit darüber haben, wohin das Schiff letztlich fahren sollte. An Bord sind 1715 Marokkaner sowie Libyer, Algerier und andere Nationalitäten.

"Tor nach Europa"

In den vergangenen Wochen haben Tausende von Tunesiern die Flucht nach Lampedusa angetreten. Gemäss offiziellen Angaben erreichten seit Beginn der Unruhen in Tunesien über 11'000 Flüchtlinge die Insel.

Allein Mitte Februar seien innerhalb weniger Tage mehr als 5600 Menschen aus Tunesien auf Lampedusa angekommen. Die Insel selbst zählt nur 4500 Einwohner. Das dortige Flüchtlingszentrum ist lediglich für 850 Menschen ausgelegt. Lampedusa ist 130 Kilometer von Tunesiens Küste entfernt und wegen der Nähe zu Afrika ein "Tor nach Europa".

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SDA-ATS