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Nordkorea sendet nach den kriegerischen Tönen im Streit um sein Atomprogramm wieder Signale der Entspannung an die USA. Die Führung in Pjöngjang schlug Washington am Sonntag überraschend Verhandlungen auf hochrangiger Ebene über Frieden und nukleare Abrüstung vor. Allerdings müssten es Gespräche ohne Vorbedingungen sein.

Auch machte die mächtige nationale Verteidigungskommission klar, dass Nordkorea nicht einseitig sein Atomprogramm abbauen wolle. Zur Denuklearisierung gehöre auch ein Ende der atomaren Bedrohung durch die USA, wurde ein Sprecher von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert.

Beide Seiten könnten neben dem Abbau militärischer Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und in der Region den Abschluss eines Friedensvertrag und die Vision der USA von einer atomwaffenfreien Welt erörtern. Zeitpunkt und Ort könnten die USA bestimmen.

Überraschende Kehrtwende

Die Kehrtwende Nordkoreas erfolgte rund eine Woche nach dem Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping im US-Bundesstaat Kalifornien. Beide Präsidenten hatten vereinbart, im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm eng zusammenzuarbeiten.

In Südkorea waren Beobachter skeptisch, ob die US-Regierung auf Pjöngjangs Angebot eingehen wird. Die USA hatten Nordkorea mehrfach aufgerufen, zunächst konkrete Schritte zur Beendigung seines Atomprogramms zu unternehmen.

Auch befürchtete man in Seoul, dass hinter dem Vorschlag Nordkoreas die Absicht stehen könnte, den US-Verbündeten Südkorea zu übergehen. "Wie erwartet, versucht Nordkorea direkte Gespräche mit den USA zu führen, wenn es keine innerkoreanischen Gespräche gibt", zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap nicht namentlich genannte Regierungsbeamte in Seoul.

Hochrangige Gespräche mit Südkorea geplatzt

Der Gesprächsvorschlag für die USA kam nur wenige Tage nach der Absage von geplanten Annäherungsgesprächen zwischen Nord- und Südkorea. Es sollte um die Normalisierung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte und humanitäre Fragen gehen. Der Termin war wegen eines Streits um den Rang der Verhandlungsführer geplatzt.

Pjöngjang betonte, nukleare Abrüstung sei der unveränderte Wille der nordkoreanischen Streitkräfte und der Bürger. Es gehe um "die Denuklearisierung der gesamten koreanischen Halbinsel einschliessliche Südkoreas und die gründlichste Denuklearisierung, die auf die Beendigung der nuklearen Bedrohungen gegen uns durch die USA gerichtet ist".

Analysten bezweifeln, dass die USA auf den Vorschlag, ohne Vorbedingungen zu verhandeln, eingehen würden. "Die USA haben wiederholt deutlich gemacht, dass sie an einem Dialog um des Dialogs willen nicht interessiert sind", sagte etwa Yang Moo Jin, Nordkorea-Experte an der Universität in Seoul. Er sei daher "nicht sicher, ob Washington auf das Gesprächsangebot eingeht" - vor allem wenn es dazu keine Vorabsprachen "hinter den Kulissen" gebe.

Kettenrasseln nachgelassen

Der Atomstreit mit Nordkorea hatte sich seit dessen Atomtest im Februar zugespitzt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UNO-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt, den USA einen atomaren Präventivschlag angedroht und den "Kriegszustand" mit Südkorea ausgerufen. Zuletzt waren die Kriegsdrohungen Pjöngjangs jedoch wieder abgeflaut.

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SDA-ATS