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"Nicht einfach eine Tablette": Novartis-Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt. (Archivbild)

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

(sda-ats)

Novartis-Präsident Jörg Reinhardt hat die Kosten von umgerechnet 475'000 Franken für das neue Leukämiemedikament Kymriah verteidigt. Es handle sich um eine Einmal-Behandlung. Standardtherapien, die jährlich 100'000 Franken kosten, könnten viel teurer werden.

Kymriah sei nicht einfach eine Tablette, sondern ein hochkomplexes Verfahren, sagte Novartis-Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt im Interview mit dem "Blick" vom Samstag. Dem Patienten würden Zellen entnommen, gentherapeutisch modifiziert und wieder zugeführt. Das sei aufwendig und teuer. Die Kosten würden aber nur verrechnet, wenn die Therapie anschlage.

Zur Frage, welche Gesundheitskosten für die Allgemeinheit noch zumutbar seien, sagte Reinhardt, dass Länder nicht darum herum kommen würden, Höchstbeträge zu formulieren. Grossbritannien habe festgelegt, dass ein Lebensjahr 50'000 Franken kosten dürfe.

Es werde aber immer Unterschiede geben, was die Öffentlichkeit zu zahlen bereit sei, sagte Reinhardt weiter. In den USA sei das Solidaritätsprinzip weniger stark ausgeprägt als in Europa.

Dass in der Schweiz die Gesundheitskosten überdurchschnittlich stiegen, liege nicht in erster Linie an den Medikamentenpreisen, die nicht im selben Masse stiegen, sagte der Pharma-Vertreter. Man werde den Anstieg nur stoppen, wenn man aufhöre, sich auf die zehn Prozent der Kosten einzuschiessen, welche die Medikamente verursachten. Man müsse anderswo ansetzen, zum Beispiel bei "unnötigen Diagnosen, Überbehandlungen oder der Auslastung von technischen Geräten".

Novartis schätzte die Zahl der Patienten, die für die Kymriah-Therapie in Frage kommen, jüngst auf rund 600 pro Jahr. Im Sommer hatte Novartis die Zulassung von der US-Gesundheitsbehörde erhalten. Experten trauen personalisierten Zelltherapien Milliardenumsätze zu.

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SDA-ATS