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Neues Produktionswerk mit bis zu 450 neuen Arbeitsplätzen in Stein (AG): Nach der EU-Zulassung eines neuen Krebsmedikaments baut Novartis in der Schweiz und in Frankreich die Produktionskapazitäten aus. (Archiv)

KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

(sda-ats)

Novartis baut nach der EU-Zulassung eines neuen Krebsmedikament in Frankreich und in der Schweiz die Produktionskapazität aus. In Stein (AG) will der Pharmakonzern damit in den kommenden drei Jahren bis zu 450 neue Stellen schaffen.

Dafür sind in der Aargauer Gemeinde gestaffelt Investitionen von bis zu 90 Millionen Franken geplant, wie Novartis am Montag mitteilte.

Der Bau einer Produktionsanlage für neuartige Zell- und Gentherapien soll laut den Angaben die Einführung dieser Therapien in Europa vorantreiben. Anfänglich sollen rund 260 neue Stellen entstehen, mit einem Potenzial von bis zu 450 neuen Jobs, wie es weiter hiess. Die ersten Therapien aus Stein würden voraussichtlich Anfang 2020 für Patienten in Europa und der Schweiz verfügbar sein. Erst am Freitag hatte Novartis von der Europäischen Kommission die Zulassung für seine Zell-Therapie Kymriah für zwei Indikationen erhalten.

Novartis stellt bereits Zell- und Gentherapien in Morris Plains, New Jersey (USA), her. Zudem wurde im Juli mit dem französischen Unternehmen CELLforCURE ab 2019 die Produktion von Therapien an deren Standort Les Ulis (Essone) in Frankreich vereinbart. Auch an diesen Standorten will Novartis die Produktionskapazität erhöhen-

Europäische Zulassung für Krebsmedikament

Der Ausbau in der Schweiz und in Frankreich steht im Zusammenhang mit der europäischen Zulassung eines neuen Krebsmedikaments. Novartis hat für seine Zell-Therapie Kymriah die Zulassung von der Europäischen Kommission erhalten. Die Zulassung betrifft zwei sogenannte B-Zell-Malignome: einerseits die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) der B-Zellen bei Patienten im Alter bis 25 Jahren sowie das diffuse grosszellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) bei Erwachsenen, wie der Pharmakonzern am Montag mitteilte.

Kymriah, das in Zusammenarbeit mit der University of Pennsylvania (Penn) entwickelt wurde, ist den Angaben zufolge eine Einmalbehandlung, welche die eigenen T-Zellen des Patienten verwendet, um den Krebs zu bekämpfen. Es ist zudem die einzige T-Zelltherapie (CAR-T-Zell-Therapie), die eine behördliche Zulassung in der EU für diese zwei bestimmten Tumore erhalten hat.

Sehr teure Therapie

Ein Problem der Therapie ist allerdings der hohe Preis. In den USA etwa kostet eine Kymriah-Therapie 475'000 US-Dollar. Novartis sagt dazu, man werde mit den jeweiligen Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten im Hinblick auf eine "faire, wertbasierte Preisgestaltung, die für die nationalen Gesundheitssysteme tragbar ist."

Novartis-Präsident Jörg Reinhardt hatte die Kosten im letzten Dezember in einem Interview mit dem "Blick" verteidigt. Es handle sich um eine Einmal-Behandlung, während Standardtherapien, die jährlich 100'000 Franken kosten, viel teurer werden könnten. Kymriah sei auch nicht einfach eine Tablette, sondern ein hochkomplexes Verfahren. Den Patienten würden Zellen entnommen, gentherapeutisch modifiziert und wieder zugeführt. Das sei aufwendig und teuer. Die Kosten würden aber nur verrechnet, wenn die Therapie anschlage.

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