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Nur Renaturierungen können den Fisch des Jahres 2010 retten

Dieser Inhalt wurde am 30. Dezember 2010 - 16:25 publiziert
(Keystone-SDA)

Luzern - Der Schweizer Fisch des Jahres 2010, der Strömer, ist stärker bedroht als befürchtet. Zu diesem Schluss kommt der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV). Im zentralen Mittelland sei der Kleinfisch kaum mehr zu finden.
Weil 2010 im Zeichen der Biodiversität stand, wählte der SFV einen Fisch zum Fisch des Jahres, der aus Sicht des Artenschutzes bedeutend ist: Der unbekannte, 12 bis 18 Zentimeter lange Strömer steht seit längerem auf der roten Liste der bedrohten Arten.
Der SFV wollte aber genau wissen, wie es um den Fisch des Jahres steht. Er organisierte ein Monitoring, an dem sich Fischer und Fischereiaufseher beteiligten. Das Resultat übertraf die Befürchtungen der Fischer.
Der Fisch des Jahres sei vielerorts komplett verschwunden, schreibt der SFV. Im zentralen Mittelland sei er kaum mehr zu finden. Im westlichen Mittelland (Broye, Saane, obere Aare) gebe es nur kleine Bestände.
Stabile Bestände registrierten die Fischer im Jurabogen (Birs, Doubs, Allaine), im Einzugsgebiet der Thur und lokal im Alpenrhein. Eine Ausnahme bildet das Tessin: Hier kommt der "Strigione" praktisch im gesamten ursprünglichen Verbreitungsgebiet regelmässig vor.
Als Grund für das Verschwinden des Strömers nennt der SFV die Zerstörung dessen Lebensraums. Strömer laichen zwischen März und Mai im Kies von Flüssen und Bächen. Verbauungen, Stauungen und fehlender Geschiebetrieb bedrohen ihren Lebensraum.
Die Fischer fordern deshalb eine Renaturierung der Gewässer. Noch gebe es gute Bestände, die einer Wiederbesiedlung dienen könnten. Doch nur wenn der Strömer den nötigen Lebensraum erhalte, werde es ihn auch in zehn Jahren noch geben.
Der Strömer gehört zur Familie der Karpfenfische. Auffallend sind seine gelblich eingefasste Seitenlinie und die gelb-orangen Ansätze der Flossen. Auf seinem Speisezettel stehen Kleintiere und Pflanzen.

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