Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

US-Präsident Barack Obama hat betroffen auf die Veröffentlichung eines Videos reagiert, das den Tod eines schwarzen Jugendlichen durch Polizeikugeln in Chicago zeigt. Die Bilder hätten ihn "tief betrübt", hiess es in der Nacht auf Donnerstag auf Obamas Facebook-Seite.

Es gehe ihm dabei wie vielen Amerikanern, die gesehen hätten, wie der 17-jährige Laquan McDonald im Oktober 2014 von einem weissen Polizisten mit 16 Schüssen niedergestreckt worden sei. Der US-Präsident dankte besonders den Einwohnern seiner Heimatstadt Chicago, die friedlich gegen Polizeigewalt protestiert hätten.

Auch am Mittwoch versammelten sich wieder Demonstranten in der Metropole im Mittleren Westen der USA. Nachdem es bei einer Demonstration am Vortag drei Festnahmen gegeben hatte, wurden Medienberichten zufolge am Mittwoch erneut mehrere Demonstranten festgenommen. Der Sender CNN berichtete, dass bis zum Morgengrauen noch bis zu 200 Demonstranten in der Innenstadt unterwegs gewesen seien.

In New York drangen Demonstranten aus Protest gegen die tödlichen Schüsse auf den Teenager in ein Kaufhaus ein und versuchten, die Einfahrt zu einem wichtigen Autotunnel zu blockieren, wie der Sender WCBS unter Berufung auf die Polizei berichtete. CNN zufolge wurden mehrere Menschen festgenommen, WCBS meldete sechs Festnahmen am Mittwochabend.

Die Proteste in New York richteten sich auch gegen Schüsse auf Teilnehmer einer Demonstration für die Rechte von Afroamerikanern, durch die am Montag fünf Menschen verletzt worden waren.

Der Polizeibeamte Jason Van Dyke war am Dienstag angeklagt worden. Der getötete Teenager soll nach Darstellung der Polizei mit einem kleinen Messer vor einem Polizeiauto herumgefuchtelt haben. Laut der Staatsanwaltschaft gab es aber keine bedrohliche Situation, die das Verhalten des Polizisten rechtfertigte. Der Angeklagte eröffnete unmittelbar das Feuer und schoss selbst dann weiter auf den Jugendlichen, als dieser bereits am Boden lag.

20 Beschwerden gegen Polizisten

Auf dem Video, aufgenommen von einer Kamera auf dem Armaturenbrett eines Fahrzeugs der Sicherheitskräfte, ist zu sehen, wie McDonald mitten auf einer mehrspurigen Strasse läuft. Die linke Hand ist in der Tasche, ein Messer ist aber nicht zu erkennen. Dann verlangsamt er seinen Gang und wendet sich von den Polizeiautos ab. Nur 30 Sekunden nach seiner Ankunft vor Ort - und nur sechs Sekunden nach Verlassen seines Wagens - feuerte Van Dyke auf den Teenager. Seinem Anwalt zufolge fürchtete 37-jährige Polizist um sein Leben.

Gegen Van Dyke gab es laut einem unabhängigen Polizeidatenprojekt der Universität von Chicago seit 2011 mindestens 20 Beschwerden, ohne dass Disziplinarstrafen gegen ihn verhängt worden seien. Die Beschwerden bezogen sich unter anderem auf übermässigen Gewalteinsatz durch den Beamten, der 2001 bei der Polizei von Chicago angefangen hatte.

Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze haben wiederholt für Empörung und Aufruhr in der afroamerikanischen Bevölkerung gesorgt. Im Sommer 2014 hatte die Tötung des 18-jährigen Michael Brown in Ferguson im Bundesstaat Missouri schwere Unruhen ausgelöst. Der verantwortliche Polizist wurde nicht angeklagt, obwohl Brown unbewaffnet war. Im April hatte der Tod des Schwarzen Freddie Gray in Polizeigewahrsam in Baltimore zu Ausschreitungen in der Ostküstenstadt geführt.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.










SDA-ATS