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Je älter die Menschen werden, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie dereinst auf fremde Hilfe angewiesen sind. Die OECD geht davon aus, dass sich die Pflegekosten bis 2050 mindestens verdoppeln werden. Heute ist in der Schweiz jeder 25. Mensch auf Pflege im Alter angewiesen.

In Österreich braucht jede 20. ältere Person dauerhafte Pflege, in Deutschland gut jede 30. Die höhere Lebenserwartung wird diese Zahlen und damit die Kosten weiter ansteigen lassen. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichten Studie "Help Wanted?" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zum Thema Langzeitpflege hervor.

In Deutschland und Österreich rechnen Prognosen demnach mit einem Anstieg der Pflegekosten von derzeit 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf bis zu 2,7 Prozent in den kommenden vierzig Jahren.

Für die Schweiz lagen keine vergleichbaren Zahlen vor, wie eine OECD-Sprecherin in Berlin auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. In der OECD-Studie wird jedoch auf Voraussagen des Gesundheitsobservatoriums der Schweiz (Obsan) verwiesen, die letzten Dezember publiziert wurden.

Demnach dürfte der BIP-Anteil der Pflegekosten hierzulande von 1,6 Prozent im Jahr 2005 auf 2,4 bis 3,1 Prozent im Jahr 2030 ansteigen. Das Obsan geht davon aus, dass die Zahl der über 65-Jährigen in der Schweiz bis 2030 um 66 Prozent auf 2,11 Millionen zunimmt.

OECD kritisiert Pflästerlipolitik

Die OECD-Experten bemängeln, dass viele Länder auf den zunehmenden Pflegebedarf nur mit stückhaften Ausbesserungen reagieren statt in nachhaltige Strategien zu investieren.

Ein Weg, die Pflegekosten überschaubar zu halten, besteht darin, die Bedürftigen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu belassen. Deshalb müssten Menschen, die Familienangehörige oder Freunde pflegten, besser unterstützt werden, heisst es in der Studie. Wenn der Staat solche Arrangements fördere, helfe er nicht nur den Pflegebedürftigen, sondern auch seinen eigenen Finanzen.

Eine Unterstützungsmöglichkeit sind finanzielle Anreize. Ebenso wichtig sind laut den Fachleuten aber auch Massnahmen, welche die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf fördern. Dazu gehören etwa flexible Arbeitszeiten oder ein Recht auf Pflegezeit.

Die Autoren der Studie warnen aber davor, das Altenpflegesystem nur auf die Hilfsbereitschaft von Angehörigen oder Freunden abzustützen. Ein Pflegesystem müsse auch institutionelle Hilfe umfassen.

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SDA-ATS