Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

Der Kauf des korrekten ÖV-Tickets soll einfacher werden. Zum Beispiel mit Tablet-Automaten statt den gewöhnlichen Billett-Automaten. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

(sda-ats)

Fahrgäste sollen im öffentlichen Verkehr einfacher zu ihrem Ticket kommen - auch digital. Zudem sollen die Tarife harmonisiert werden. Dies ist das Ziel des Projekts "ÖV-Ticket 2020" der Verkehrsunternehmen und regionalen Tarifverbunde der Schweiz.

Heute kauften rund 30 Prozent der ÖV-Nutzer ihr Ticket digital, sagte Christof Zogg, Projektleiter "Vertriebslandschaft 2020", an einer Medienorientierung des Vereins Direkter Verkehr Schweiz (ch-direct) am Dienstag in Bern. Diese Zahl würde in Zukunft noch stark ansteigen.

Diesem Trend wollen die Verkehrsunternehmen und regionalen Tarifverbunde der Schweiz mit dem Programm "ÖV-Ticket 2020" entgegenkommen. Ein Teil des Projekts ist das sogenannte "automatische Ticketing".

Dabei wird über das Smartphone automatisch erfasst, wo und wann ein Fahrgast seine Reise beginnt und sie wieder beendet. In einer ersten Phase müsse der Kunde aber noch selber ein- und auschecken, erklärte Zogg. Der Billettpreis werde nach der Reise verrechnet - im Vorhinein sehe der Fahrgast also noch nicht, wie viel ihn die Reise kosten werde.

Automatisch günstigstes Ticket

Applikationen des "automatischen Ticketings" für Smartphones existieren auf dem Schweizer Markt schon heute. In Zukunft sollen aber für die ganze Schweiz verbindliche Standards gelten. Vor allem auch, wenn es um die Preisberechnung geht.

Ziel sei es, dass jeweils automatisch das günstigste Ticket ausgewählt und verrechnet werde, erklärte Zogg. Es soll aber nie mehr als eine Tageskarte kosten. Noch sei das Ticket-Sortiment beim "automatischen Ticketing" eingeschränkt, Sparbillette etwa würden noch nicht automatisch ausgewählt.

Bis 2019 würden noch verschiedene Apps des "automatischen Ticketings" getestet. Man befasse sich auch intensiv mit dem Schutz von Kundendaten und der Möglichkeit, anonym zu reisen.

Offene Fragen des Datenschutzes

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) zeigt sich skeptisch gegenüber einer Ticket-App, welche den Reisenden nachträglich das günstigste Ticket berechnet. Ein solches System könne der Konsumentenschutz nur gutheissen, wenn dem Datenschutz das notwendige Gewicht beigemessen würde, schreibt der SKS in einer Mitteilung vom Dienstag.

Der Konsumentenschutz fordert, dass Kundendaten nicht weiterverwendet oder weitergegeben werden. Auch für den internen Gebrauch müssten strenge und transparente Regeln aufgestellt werden, heisst es weiter.

Die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (Igöv) erwartet zum Thema Datenschutz mehr als ein "man befasse sich damit intensiv", wie die Igöv am Dienstag mitteilte. Es solle zudem darauf geachtet werden, dass auch Personen, die nicht immer mit dem Handy unterwegs seien, den ÖV weiterhin auf eine einfache Art und ohne Benachteiligung nutzen könnten.

Tablet-Automaten für Ticketkauf

Neben dem "automatischen Ticketing" haben die Verkehrsunternehmen noch weitere Zukunftspläne vorgestellt. So soll es ab Mai 2018 möglich sein, den SwissPass lediglich auf dem Smartphone vorzuweisen. Bis Ende des Jahres sollen zudem sämtliche Abonnemente und Tickets auf dem SwissPass integriert sein - auch das Gleis 7, das Hunde-GA oder die Juniorkarte.

Für den Kunden, der sein Ticket lieber noch klassisch am Automaten kauft, sollen Tablet-Automaten entwickelt werden, wo das Ticket direkt auf den SwissPass geladen werden kann. Künftig soll zudem jede Fahrt in der Schweiz mit einem einzigen ÖV-Ticket machbar sein.

Denn für eine Einzelfahrt von Bern Thunplatz nach Zürich Paradeplatz beispielsweise kommt es für Pendler heute noch am günstigsten, wenn sie drei verschiedene Tickets kaufen, wie Franz Kagerbauer, Chef des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) und Vertreter der Verbunde, erklärte.

Keine "Kundenfallen" mehr

Ein weiteres Problem, das das Projekt "ÖV-Ticket 2020" angehen will, ist die heterogene Tariflandschaft in der Schweiz. Diese habe in der Vergangenheit zu "Kundenfallen" geführt, sagte Zogg. Zum Beispiel beim Reisen mit Velos oder bei Kombinationen aus Bahnstrecken- und Stadtzonentickets.

Unterschiede bei den Nutzungsbestimmungen zwischen dem nationalen Tarif und den Verbundtarifen würden deshalb aufgehoben. Auch in den Bereichen Vertriebssystem oder Ticketkontrollen werden Branchenstandards erarbeitet.

Trotzdem soll es weiterhin regional unterschiedliche Ticketsortimente geben. Auch massgeschneiderte Produkte für verschiedene Märkte wie den touristischen Verkehr oder den Pendlerverkehr würden auch in Zukunft angeboten.

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.









The citizens' meeting

The citizens' meeting

1968 in der Schweiz

SDA-ATS