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Österreich wappnet sich gegen einen möglichen Flüchtlingsstrom: Die Regierung will am Brenner an der Grenze zu Italien Kontrollen einführen. (Archivbild)

KEYSTONE/EPA ANSA/ROBERTO TOMASI

(sda-ats)

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen in Italien will Österreich Kontrollen am Brenner-Pass einführen und im Grenzgebiet auch Soldaten stationieren. Dies kündigte der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil in einem Zeitungsinterview an.

Doskozil sagte der "Kronen Zeitung" vom Montag, die Kontrollen sollten "sehr zeitnah" eingeführt werden. Er halte einen "Assistenzeinsatz" des österreichischen Bundesheeres "für unabdingbar, wenn der Zustrom nach Italien nicht geringer wird".

Für den Einsatz zur Grenzsicherung sind dem Bericht zufolge 750 Soldaten verfügbar. Am Wochenende hatte das österreichische Verteidigungsministerium vier gepanzerte Fahrzeuge in das Grenzgebiet verlegen lassen.

Wegen der hohen Flüchtlingszahlen hatte Deutschland im September 2015 als erstes Schengen-Land Kontrollen an der Grenze Bayerns zu Österreich eingeführt. Es folgten Österreich, Dänemark, Schweden und Norwegen. Österreich kontrolliert bisher nur seine Grenze zu Ungarn, bereitet sich aber schon länger auch auf eine Abriegelung des Brenner-Passes an der Grenze zu Italien vor.

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind im ersten Halbjahr 2017 bereits 83'650 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Italien gelangt - fast ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr als 2000 Menschen sind seit Jahresbeginn bereits bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben gekommen.

Rom bestellt Österreichs Botschafter ein

Nach der österreichischen Ankündigung von Grenzkontrollen am Brenner bat das italienische Aussenministerium den österreichischen Botschafter in Rom, René Pollitzer, zu einem Gespräch. Dies geht aus einer Mitteilung des Aussenministeriums in Rom hervor.

Rom reagierte besorgt auf die Aktivierung der Grenzkontrollen am Brenner. "Europa war dabei, sich zu erholen. Ist es möglich, dass Frankreich, Spanien und Österreich sich nicht über die Schäden im Klaren sind, die sie anrichten?", fragte Italiens Ex-Premier Enrico Letta.

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SDA-ATS