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Österreichs Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll verlässt die Politik. Am Mittwoch gab er in Wien seinen Rücktritt von allen Funktionen bekannt. Er habe sich "nicht gegen die Politik, sondern für die Gesundheit und die Familie" entschieden, sagte er.

Er zog damit die Konsequenzen aus einer beidseitigen Lungenembolie, die er Mitte März erlitten hatte. "Das war ein deutlicher Warnschuss und eine Zäsur in meinem Leben", sagte der 42-jährige Vorsitzende der konservativen Volkspartei (ÖVP) an einer eiligst einberufenen Medienkonferenz.

Seit seiner Erkrankung war er nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Beim informellen Finanzministertreffen im ungarischen Gödöllö letzte Woche liess er sich von seinem Finanz-Staatssekretär vertreten.

Ursprünglich wollte Pröll erst nach Ostern bekannt geben, wie es politisch weitergehen soll. Am Dienstagabend wurde dann aber in der Familie entschieden, der Gesundheit den Vorrang zu geben. Sein Zustand sei mit der Spitzenpolitik nicht mehr vereinbar, sagte der dreifache Familienvater.

Schweiz im Auge behalten

Damit blieb der Österreicher sich selbst treu. Der konsensorientierte Politiker zeigte viel Engagement im Beruf, konnte aber auch dem Privaten den Vorrang geben.

In Brüssel erklärte er einmal seine bevorstehende Abwesenheit bei einem kurzzeitig anberaumten EU-Finanzministertreffen mit der "zweiten Hochzeitsreise", die er seiner Frau versprochen hatte.

Das europäische Parkett betrat er zuerst als Landwirtschaftsminister, ab 2008 dann als Finanzminister. In dieser Funktion kämpfte er für eine Bankenabgabe und zusammen mit Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden gegen die Aufhebung des Bankgeheimnisses.

Die Schweiz behielt er dabei immer im Auge. Einerseits forderte er oft und bestimmt "gleich lange Spiesse" für Drittstaaten wie die Schweiz, wenn die anderen EU-Finanzminister wieder einmal den Druck auf Luxemburg und Österreich in Steuerfragen verstärkten.

Andererseits nahm er das Nachbarland in Schutz. Wenn es aus anderen EU-Ländern hiess, die Schweiz beteilige sich nicht an der Euro-Stabilisierung, stellte er die Dinge klar und erklärte zum Beispiel die Beteiligung der Schweiz beim Internationalen Währungsfonds (IWF).

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SDA-ATS