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Offenbar Flüchtlingsschiff vor Libyen mit 600 Menschen gesunken

Vor der libyschen Küste soll ein Flüchtlingsboot mit 600 Menschen an Bord gesunken sein. Das Boot war nach Berichten von Augenzeugen bereits am Freitag auf dem Meer auseinandergebrochen und gesunken.

Eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erklärte am Montag, man bemühe sich derzeit um eine Bestätigung der Angaben. Die Kämpfe in Libyen machten es allerdings schwierig, von dort verlässliche Informationen zu den Flüchtlingen zu bekommen.

Augenzeugen, die wenig später an Bord eines anderen Schiffes in See stachen, sagten, sie hätten das Wrack und Leichen im Wasser gesehen. Dieses Schiff erreichte später Italien.

UNHCR-Sprecherin Laura Boldrini erklärte, in den vergangenen Monaten hätten mindestens drei Flüchtlingsschiffe Libyen verlassen und Italien nie erreicht. Bis zu 1000 Menschen könnten dabei ums Leben gekommen sein.

Eine Familie, die den Kontakt mit Verwandten verloren hatte, berichtete vom Verschwinden von zwei Booten, die jeweils über 300 Flüchtlinge an Bord hatten. Ein Priester aus Eritrea erzählte ausserdem vom Sinken eines Schiffes mit 70 Immigranten.

Nur eine Handvoll hätte es wieder an die libysche Küste geschafft, sagte der Priester. Anfang April waren vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa 250 Flüchtlinge ertrunken.

Verantwortlich für die Schiffshavarien sei die Tatsache, dass die Schlepper angesichts der Flüchtlingswelle aus Nordafrika grössere Boote verwenden, die sie nicht steuern könnten, sagte die UNHCR-Sprecherin.

Doch Tote bei Schiffbruch am Sonntag

Vor der süditalienischen Insel Lampedusa wurden am Montag die Leichen von drei Flüchtlingen geborgen, deren Schiff am Sonntag vor dem Hafen auf Felsen aufgelaufen war. Italienischen Medienberichten zufolge entdeckte die Küstenwache die Toten bei Bergungsarbeiten unter dem Boot.

An Bord waren über 500 Flüchtlinge aus Libyen. In einer Massenpanik hatten sich viele Menschen - darunter auch schwangere Frauen und kleine Kinder - ins Wasser gestürzt. Hunderte konnten gerettet werden dank des gemeinsamen Einsatzes von Küstenwache, Polizei und Hilfsorganisationen. In ersten Berichten hatte es geheissen, alle Flüchtlinge hätten den Schiffbruch überlebt.

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