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Nach dem Schuldspruch gegen den ehemaligen guatemaltekischen Diktator Efraín Ríos Montt haben Menschenrechtsorganisationen und die Staatsanwaltschaft eine Entschädigung der Opfer gefordert. Ausserdem solle die Regierung von Guatemala wegen des Genozids am Maya-Volk der Ixil vor der UNO um Verzeihung bitten, sagten die Anwälte der Opfer und Vertreter der Anklage am Montag.

Ríos Montt wurde unterdessen wegen Bluthochdrucks und Problemen mit der Prostata von seiner Zelle im Militärgefängnis Matamoros in ein Spital verlegt. Auch der frühere Geheimdienstchef José Mauricio Rodríguez Sánchez, der am Freitag freigesprochen wurde, befindet sich in ärztlicher Behandlung.

Ríos Montt war am Freitag wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 80 Jahren Haft verurteilt worden. Während seiner Herrschaft von März 1982 bis August 1983 war er für Mord, Folter und die Zwangsumsiedlung tausender Indios verantwortlich.

Spaltung möglich

Der Schuldspruch könnte das Land spalten. Am Montag demonstrierten in der Stadt Huehuetenango im Norden des Landes rund 3000 Anhänger einer Miliz gegen das Urteil, wie die Zeitung "Prensa Libre" in ihrer Onlineausgabe berichtete.

Demnach drohte ein Sprecher der Gruppe damit, Landstrassen zu besetzen und auf die Hauptstadt zu marschieren, sollte das Urteil nicht aufgehoben werden.

Bereits am Sonntag hatten Anhänger von Ríos Montt vor dem Militärgefängnis Matamoros in Guatemala-Stadt für die Freilassung des 86-jährigen Ex-Diktators demonstriert.

Die Vertreter der Opfer stellten am Montag auch eine Reihe von Forderungen zur symbolischen Wiedergutmachung: So sollen in Gedenken an den Völkermord ein Denkmal und ein Kulturzentrum im Siedlungsgebiet der Ixil im Norden des Landes errichtet werden.

Zudem forderten sie, den 23. März zum Nationalen Tag gegen den Völkermord zu machen. An diesem Datum hatte Ríos Montt 1982 die Macht ergriffen. Ausserdem sollten Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht in den Schulen des Landes künftig auf dem Lehrplan stehen.

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SDA-ATS