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Präsident Maduros Thron wackelt. Aus Sicht der venezolanischen Opposition war das Attentat vom Samstag in Caracas inszeniert.

KEYSTONE/EPA EFE/MIGUEL GUTIERREZ

(sda-ats)

Nach dem angeblichen Anschlag auf Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro vom Samstag fordert die Opposition eine unabhängige Untersuchung. Es dürfe "keine Hexenjagd auf die Anführer der demokratischen Opposition" geben, sagte Ex-Präsidentschaftskandidat Henri Falcón.

Die venezolanische Opposition geht von einer Inszenierung aus und befürchtet, dass Maduro nun massiv gegen sie vorgehen wird. Es sei auch zu befürchten, dass die Unterdrückung und der systematische Verstoss gegen Menschenrechte noch ausgeweitet würden.

Nach Regierungsangaben hatten mehrere Täter am Samstag während einer Militärparade in der Hauptstadt Caracas versucht, einen Bombenanschlag mit Drohnen auf Maduro zu verüben. Das Staatsfernsehen hatte den Moment übertragen, in dem eine Explosion zu hören war, während Maduro eine Rede hielt. Der Staatschef blieb unverletzt. Hingegen erlitten sieben Nationalgardisten nach offiziellen Angaben teils schwere Verletzungen.

"Terrorismus" und "Landesverrat"

Die mutmasslichen Täter sollen nun wegen Terrorismus und Landesverrat angeklagt werden. "Die Täter und ihre direkten Helfer wurden identifiziert", sagte Generalstaatsanwalt Tarek William Saab am Montag. Bislang seien sechs Verdächtige festgenommen worden. Nach den Hintermännern werde noch gesucht.

Zwei der Verdächtigen hätten die Drohnen von einem Auto aus gesteuert, sagte Saab. Eine bisher unbekannte Widerstandsgruppe "Soldados de Franelas" ("Soldaten in T-Shirts") reklamierte den Anschlagsversuch für sich. Wer die Mitteilung verfasste und ob es diese Gruppe wirklich gibt, liess sich nicht überprüfen.

Kolumbiens Präsident beschuldigt

Maduro bezichtigte den scheidenden kolumbianischen Präsidenten, Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos, der Urheberschaft. "Es gibt klare Beweise für die Beteiligung der Regierung des scheidenden kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos", sagte der autoritär regierende Maduro. Und: "Die Mörder und Terroristen wurden von kolumbianischen Trainern ausgebildet."

Santos wies die Vorwürfe zurück. "An Präsident Maduro: Machen Sie sich keine Sorgen", schrieb er auf Twitter. "Ich hatte am Samstag Wichtigeres zu tun. Wir haben meine Enkelin Celeste getauft." Am Dienstag sollte Santos die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Iván Duque übergeben.

Maduro lässt für sich demonstrieren

Zahlreiche Regierungsanhänger gingen am Montag in Caracas auf die Strasse, um den regierenden Sozialisten ihre Unterstützung zu versichern.

"Es besteht kein Zweifel, dass hinter dem Anschlagsversuch die kolumbianische Oligarchie steckt, der nordamerikanische Imperialismus", sagte der Vorsitzende der regierungstreuen Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello. "Sie hassen uns, aber sie können uns nichts anhaben."

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