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Panzer und Artillerie feuern auf Wohnviertel in Homs

Das syrische Regime geht weiter mit unverminderter Härte gegen Regierungsgegner vor. Die Streitkräfte bombardierten nach Angaben von Aktivisten am Mittwoch mehrere Wohngebiete in der Stadt Homs, einer der Hochburgen der Proteste gegen Staatschef Baschar al-Assad.

Drei Stadtviertel von Homs seien von Panzern und mit Raketen beschossen worden. Ein Augenzeuge sagte telefonisch, das gesamte Gebiet werde belagert und bombardiert. In Homs sowie in anderen Ortschaften kamen nach Angaben eines Menschenrechtsaktivisten am Mittwoch 19 Zivilisten ums Leben.

Unter den Opfern sei ein achtjähriger Junge, sagte der Chef der Nationalen Organisation für Menschenrechte, Ammar Kurabi. 13 Menschen, unter ihnen der Junge, seien im Dorf El Harra bei Daraa getötet worden, fünf im Viertel Baba Amr der Industriestadt Homs. Ein weiteres Todesopfer habe es in Dschassem bei Daraa gegeben.

Homs und Daraa sind die Zentren der syrischen Protestbewegung, die trotz eines harten Vorgehens der Sicherheitskräfte seit Wochen gegen die Regierung auf die Strasse geht. Im arabischen TV-Sender Al-Arabija und in den Internet-Foren der Opposition hiess es, zum Teil seien die Soldaten bei ihrem Angriff auf Gegenwehr gestossen.

Repression und Reformen

Assad kündigte parallel zum brutalen Vorgehen gegen die Regierungsgegner Reformen an. Die Zeitung "Al-Watan" zitierte den Staatschef mit einer Aufforderung an die Bevölkerung, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um den Reformprozess voranzubringen. Kritiker betrachten die angekündigten Massnahmen allerdings als lediglich symbolisch, um die Demonstranten zu beruhigen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die syrische Regierung am Mittwoch erneut auf, ein internationales Hilfsteam in die belagerte Stadt Daraa im Süden des Landes zu lassen, um die humanitäre Lage zu beurteilen. Das Team habe trotz einer Zusicherung Assads bislang keine Genehmigung erhalten.

EU erhöht den Druck

Die EU bereitet nun auch Sanktionen gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad persönlich vor. In Deutschland und mehreren anderen europäischen Ländern wurden dazu am Mittwoch die syrischen Botschafter einbestellt, sagte ein Sprecher des Aussenministerium in Berlin.

Am Dienstag hatte die EU ein Einreiseverbot gegen 13 ranghohe Syrer verhängt, darunter auch Assads Bruder Maher, der eine führende Rolle im Sicherheitsapparat spielt. Ausserdem wurden auch deren europäische Konten gesperrt.

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