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Papst Franziskus winkt am Mittwoch in Rangun vom Papamobil aus den zahlreichen Gläubigen zu.

KEYSTONE/EPA/LYNN BO BO

(sda-ats)

Papst Franziskus hat die buddhistische Kirche in Myanmar bei einem Treffen mit buddhistischen Mönchen in Rangun zu Frieden und Gerechtigkeit aufgefordert. Auch am Mittwoch nannte der Papst die verfolgten muslimischen Rohingya nicht beim Namen.

Das katholische Kirchenoberhaupt erklärte, die Angehörigen beider Religionen - Christen und Buddhisten - könnten ihren Einsatz "für Frieden, Achtung der Menschenwürde und Gerechtigkeit für jeden Mann und jede Frau" bekräftigen. "Nicht nur in Myanmar, sondern auf der ganzen Welt brauchen die Menschen dieses gemeinsame Zeugnis der religiösen Führer."

Das mehrheitlich buddhistische Myanmar leidet nach einer jahrzehntelangen Militärherrschaft immer noch unter Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Religionen. Im internationalen Fokus steht derzeit vor allem die Verfolgung der muslimischen Rohingya-Minderheit. Auch am Mittwoch äusserte sich der Papst dazu aber nicht direkt.

An der Stimmungsmache gegen Muslime sind auch buddhistische Mönche beteiligt. Es gibt verschiedene Hassprediger, die grossen Einfluss auf die Bevölkerung haben. Viele Buddhisten sehen die Rohingya nicht als eigene Ethnie an, sondern nennen sie nur "Bengalen" - illegale Einwanderer aus dem Nachbarland Bangladesch.

Wunden der Konflikte heilen

Der Papst mahnte, die Wunden der Konflikte müssten geheilt werden, "die im Laufe der Jahre Menschen verschiedener Kulturen, Ethnien und religiöser Überzeugungen getrennt haben".

Er fuhr fort: "Diese Bemühungen beschränken sich nie nur auf die religiösen Führer, noch sind sie ausschliesslich Aufgabe des Staates. Vielmehr muss die gesamte Gesellschaft, jedes einzelne Mitglied der jeweiligen Gemeinschaft gemeinsam daran arbeiten, dass Konfliktsituationen und Unrecht überwunden werden." Die zivilen und religiösen Führer hätten eine besondere Verantwortung, "jeder Stimme Gehör zu verschaffen".

Vor seiner Ansprache in der "Pagode des Weltfriedens" zog sich der Papst wie alle Besucher die Schuhe aus und die Blicke der Anwesenden auf sich. Allerdings liess er - anders als es die lokale Tradition ist - seine schwarzen Socken an.

Messe vor 150'000 Menschen

Zuvor hatte Papst Franziskus bei einer grossen Messe in Rangun das Thema Vergebung zum zentralen Punkt gemacht. Vor etwa 150'000 Menschen appellierte er an die Gläubigen, auf Gewalt nicht mit Rache zu antworten. Das Kirchenhaupt begrüsste die Menge mit "Minglabar", was "Hallo" in der Landessprache bedeutet.

"Ich weiss, dass viele in Myanmar sichtbare und unsichtbare Wunden der Gewalt mit sich tragen", sagte der 80-Jährige. "Wir meinen, dass die Heilung durch Wut und Rache geschehen kann. Aber der Weg der Rache ist nicht der Weg Jesu."

In einer Fürbitte betete er dafür, dass die Führung Myanmars Frieden und Versöhnung durch "Dialog und Verständnis" fördere, "um den Konflikten in (den Regionen) Kachin, Rakhine und Shan ein Ende zu setzen". Die Besucher der Messe kamen aus allen Teilen Myanmars, wo von den 54 Millionen Staatsbürgern nur rund 700'000 Katholiken sind.

Am Donnerstag reist der Papst nach Bangladesch, wohin Hunderttausende Rohingya vor Gewalt aus Myanmar geflüchtet sind. Mit Spannung wird erwartet, ob er sich dort direkter gegen die Verfolgung ausspricht.

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SDA-ATS