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Papst Franziskus hat sich am letzten Tag seines Türkei-Besuches für eine Überwindung der bald 1000 Jahre alten Spaltung zwischen katholischer und orthodoxer Kirche ausgesprochen. Das sagte Franziskus am Sonntag nach einem Gottesdienst mit Patriarch Bartholomäus I..

Angesichts der Spannungen und der Gewalt im Nahen Osten müssten Katholiken und Orthodoxe "zügig" auf dem "Weg der Versöhnung und der Gemeinschaft" weitergehen, sagte der Papst. "Wie können wir glaubwürdig die Botschaft des Friedens verkünden, die von Christus kommt, wenn es zwischen uns weiter Rivalität und Streitigkeiten gibt?"

Als Zeichen für ihren ernsthaften Wunsch zur Versöhnung zeigten sich beide Kirchenführer Hand in Hand auf dem Balkon des Sitzes des Patriarchen.

Bartholomäus I. ist ökumenischer Patriarch von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt von rund 300 Millionen orthodoxen Christen weltweit. Er und Franziskus gelten als treibende Kräfte hinter dem Versuch, die Kirchenspaltung - das so genannte grosse morgenländische Schisma von 1054 - zu überwinden.

Am Sonntag nahmen die beiden Kirchenoberhäupter gemeinsam an einer Göttlichen Liturgie zu Ehren des Apostels Andreas und Gründers der Ostkirche in der orthodoxen Georgskirche in Istanbul teil.

Gewalt gegen Christen im Nahen Osten

In ihrer gemeinsamen Erklärung gingen sie anschliessend erneut auf die Gewalt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und Syrien ein. Angesichts der "schrecklichen Lage der Christen und allen anderen Opfern im Nahen Osten" seien nicht nur Gebete nötig, sondern auch eine "angemessene Reaktion der internationalen Gemeinschaft", forderten sie.

Gleichzeitig sprachen sie sich für einen "konstruktiven Dialog mit dem Islam auf der Basis von gegenseitigem Respekt und Freundschaft" aus. Muslime und Christen seien aufgerufen, gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden, Respekt und die Würde und Rechte jedes Menschen einzutreten, heisst es in einer Erklärung.

"Wir können uns nicht abfinden mit einem Nahen Osten ohne die Christen, die dort den Namen Jesu zweitausend Jahre lang bekannt haben", heisst es in der gemeinsamen Erklärung weiter. Inzwischen haben die sunnitischen Fanatiker des so genannten Islamischen Staates (IS) viele Kirchen zerstört. Christen, die nicht zum Islam konvertieren, droht die Todesstrafe.

Mit dem Grossmufti in der Blauen Moschee

Bereits am Samstag hatte der Papst historische Sakralbauten in Istanbul besichtigt und mit einer symbolischen Geste seinen Respekt vor dem Islam bekundet. In der Blauen Moschee verharrte Franziskus an der Seite des Grossmufti von Istanbul, Rahmi Yaran, zwei Minuten lang in stiller Kontemplation und neigte seinen Kopf dabei gen Mekka, wie dies 2006 bereits sein Vorgänger Benedikt XVI. getan hatte.

Anschliessend besuchte Franziskus die von Christen und Muslimen verehrte Hagia Sophia. Die knapp 1500 Jahre alte christlich-byzantinische Basilika war fast ein Jahrtausend lang das grösste Gotteshaus der Christenheit, dann wurde sie zur Moschee. Seit 1934 ist sie ein Museum und ein Wahrzeichen Istanbuls. Politiker der Regierungspartei AKP fordern immer wieder, die Hagia Sophia wieder zur Moschee zu machen.

Franziskus' dreitägige Visite ist der erste Türkei-Besuch eines Papstes seit acht Jahren. Zum Auftakt seiner Reise war er am Freitag in Ankara mit dem islamisch-konservativen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in dessen protzigem neuen Palast zusammengetroffen. Dabei hatte er sich für Religionsfreiheit und mehr interreligiösen Dialog ausgesprochen.

Treffen mit Grossrabbiner und Flüchtlingen

Auch mit einem jüdischen Kirchenführer, dem türkischen Grossrabbiner Ishak Haleva, traf der Papst zusammen. Bei einem Treffen mit jungen Flüchtlingen aus Kriegsgebieten wie Syrien und dem Irak mahnte der Papst, den Mut nicht zu verlieren und weiter auf eine bessere Zukunft zu hoffen.

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SDA-ATS