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Papst Franziskus am Freitag bei einem Treffen mit Vertretern der Urbevölkerung in Puerto Maldonado in Peru.

Keystone/AP/ALESSANDRA TARANTINO

(sda-ats)

Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Peru eindringlich vor der Ausbeutung des Amazonas-Gebiets und seiner Bewohner gewarnt. Der Amazonas und seine Völker seien "noch nie so bedroht" gewesen wie heute.

Franziskus hielt eine Rede vor tausenden Vertretern indigener Völker in der peruanischen Stadt Puerto Maldonado am Rande des Regenwaldes. Er zeigte sich bei dem Empfang durch die bemalten, federgeschmückten Männer und Frauen sichtlich bewegt.

Das Amazonas-Gebiet und seine Völker trügen "tiefe Wunden", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Grosse Unternehmen wollten "ihre Hände auf das Öl, Gas, Holz und Gold" legen und grosse landwirtschaftlich-industrielle Monokulturen schaffen.

"Wir müssen mit dem historischen Denkmuster brechen, welches das Amazonas-Gebiet als unerschöpfliche Quelle für die Versorgung anderer Länder sieht", sagte der Papst. Die Probleme führten zur Migration junger Menschen, die keine Alternativen vor Ort sähen.

Tausende Vertreter indigener Völker aus Peru, Brasilien und Bolivien waren nach Puerto Maldonado gereist, um den Pontifex zu sehen. Dem Papst wurden in einer symbolischen Geste Pfeil und Bogen überreicht, mit denen er die Landrechte verteidigen soll, die man den Amazonas-Bewohnern genommen hat.

Die Amazonas-Region wird im Fokus einer Weltbischofskonferenz im Oktober 2019 stehen. Örtliche Führer und Umweltschützer sind besorgt über den ungezügelten illegalen Goldabbau und die Abholzung des Regenwaldes.

"Endlose Gewalt" gegen Frauen

Die Goldsucherstadt im Regenwald wird teilweise von Verbrecherbanden kontrolliert. Sie zwingen Mädchen und junge Frauen in Bordellen zur Prostitution. "Die Gewalt gegen Jugendliche und Frauen ist ein Klageschrei, der zum Himmel steigt", sagte Franziskus. "Tun wir nicht so, als sei alles in Ordnung. Es gibt viele Arten von Mittäterschaft. Die Frage geht uns alle an."

Der Papst verurteilte die "endlose Gewalt" gegen Frauen. Es sei "schmerzhaft" zu sehen, dass "in diesem Land" so viele Frauen "herabgewürdigt, schlechtgemacht und Gewalt ausgesetzt werden", sagte Franziskus. "Gewalt gegen Frauen kann nicht als normal behandelt werden, indem eine Macho-Kultur aufrecht erhalten wird, die blind für die führende Rolle der Frauen in unseren Gemeinschaften ist."

Der 81-jährige Pontifex war am Donnerstagabend in Peru angekommen, dem zweiten Teil seines einwöchigen Südamerikabesuchs. Zuvor hatte er mehrere Stationen in Chile besucht und dort unter anderem auf die Verletzlichkeit von Einwanderern aufmerksam gemacht.

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SDA-ATS