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Der Lebensstandard der Rentnerinnen und Rentner wird heute teilweise von der aktiven Generation finanziert. In der beruflichen Vorsorge bleibt der Reformbedarf nach Ansicht der Aufsichtsbehörde hoch. (Archivbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

(sda-ats)

Die Pensionskassen haben letztes Jahr wieder höhere Erträge erwirtschaftet. Das verschafft ihnen eine Verschnaufpause, die strukturellen Probleme bleiben aber ungelöst. Die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV) drängt auf weitere Anpassungen.

Es stehe ihm nicht zu, sich zu Abstimmungsvorlagen zu äussern, sagte Präsident Pierre Triponez am Dienstag in Bern auf eine Journalistenfrage. Und doch liess er keinen Zweifel daran, dass er die mit der Reform der Altersvorsorge vorgesehene Senkung des Umwandlungssatzes begrüsst. Mit 6,8 Prozent sei dieser heute unrealistisch und jenseits aller technischen Möglichkeiten, sagte Triponez anlässlich der Jahresmedienkonferenz der OAK BV.

Die Senkung betrifft ausschliesslich den obligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge und damit nur rund 40 Prozent der Vorsorgegelder. Im Überobligatorium sind die Umwandlungssätze und die technischen Zinssätze in den letzten Jahren bereits stark gesenkt worden. Dennoch übersteigen die künftigen Rentenversprechen die Renditeerwartungen noch immer.

"Beginn eines grösseren Wandels"

2016 konnten die Pensionskassen die durchschnittliche Anlagerendite zwar von 0,8 Prozent auf 3,7 Prozent steigern, und das trotz Negativzinsen. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass man sich erst am Beginn eines grösseren Wandels befinde, erklärte Triponez.

Einer der wichtigsten Gründe für die Entwicklung ist die höhere Lebenserwartung. Im überobligatorischen Bereich seien Rentenkürzungen bei gleich bleibendem Rentenalter längst Realität. In einigen Jahren werde auch der Umwandlungssatz im obligatorischen Bereich wieder überprüft werden müssen.

OAK BV-Vizepräsidentin Vera Kupper benannte weitere Systemrisiken: Der durchschnittliche Deckungsgrad der Vorsorgeeinrichtungen ist mit 103 Prozent per Ende 2016 zwar stabil geblieben. Doch bei der Sanierungsfähigkeit tragen laut Kupper die Hälfe der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie ein hohes bis sehr hohes Risiko.

Beim Anlagerisiko waren es 41 Prozent, deutlich mehr als im Vorjahr. Kupper sprach von steigendem Renditedruck, dem die Vorsorgeeinrichtungen ausgesetzt sind, um die versprochenen Leistungen finanzieren zu können. Sie wies auch auf die fehlenden Wertschwankungsreserven hin. Diese seien trotz guter Anlagejahre nur zu 39 Prozent des Zielwerts geäufnet, sagte sie.

Besseres Risikomanagement

Laut Kupper sind in dieser Situation vor allem die paritätischen Organe der Vorsorgeeinrichtungen gefordert. Sie müssten die finanziellen Chancen und Risiken realistisch beurteilen und ihre Verpflichtungen versicherungstechnisch korrekt bewerten können, sagte sie.

Die OAK BV will daher die Anforderungen an Führung und Aufsicht erhöhen. Im laufenden Jahr sollen einheitliche Risikokennzahlen eingeführt werden, mit welchen sich das oberste Organ der Vorsorgeeinrichtung auseinanderzusetzen hat und die auch der regionalen Aufsichtsbehörde zugestellt werden sollen.

Kupper sprach von einem "Minimalstandard für das Risikomanagement". Dieser soll Stiftungsräten und Aufsichtsbehörden erlauben, die finanziellen Stabilität der Vorsorgeeinrichtung effektiv beurteilen zu können. Zudem soll eine einheitliche Methode zur Ermittlung des technischen Zinssatzes eingeführt werden.

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SDA-ATS