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Der verurteilte frühere peruanische Staatschef Alberto Fujimori hat nach seiner Begnadigung das Spital in Lima als freier Mann verlassen.

KEYSTONE/EPA EFE / ANDINA/EDDY RAMOS / HANDOUT

(sda-ats)

Der wegen Menschenrechtsverbrechen verurteilte frühere peruanische Staatschef Alberto Fujimori ist frei. Nach einer Begnadigung durch Präsident Pedro Pablo Kuczynski konnte der 79-Jährige am Donnerstagabend das Spital in Lima als freier Mann verlassen.

Dort war er wegen Herzproblemen zwölf Tage in Behandlung gewesen. Fujimori sass im Rollstuhl und wurde beim Verlassen der Klinik von Polizisten und Sicherheitspersonal eskortiert. Dabei grüsste er einige Anhänger, bevor er in eine schwarze Limousine gesetzt und davongefahren wurde.

Fujimori fuhr in Begleitung seines Sohnes Kenji zu einer Privatresidenz im östlichen Stadtviertel La Molina. Sein Sohn veröffentlichte auf Twitter ein Foto, das ihn mit seinem Vater im Wagen zeigt: "Mit meinem Papa!"

Vorsicht wegen Herzproblemen

"Das sind die ersten Minuten von Alberto Fujimori in Freiheit", sagte sein Leibarzt Alejandro Aguinaga. Der 79-Jährige sei heiter, wisse aber, dass er wegen seiner schweren Herzprobleme vorsichtig sein müsse.

Präsident Kuczynski hatte seinen Vorgänger Fujimori am 24. Dezember mit Verweis auf seine schlechte Gesundheit begnadigt und seine Haftentlassung verfügt. Damit löste er Protestkundgebungen im Inland und heftige Kritik auch im Ausland aus.

Fujimori regierte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand. 2007 war er der Bestechung, des mehrfachen Mordes, des Einsatzes von Todesschwadronen und anderer schwerer Menschenrechtsverbrechen für schuldig befunden und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Merkwürdige Zufälle

Viele Peruaner halten Fujimoris Begnadigung für ein politisches Tauschgeschäft. Nur drei Tage vor Kuczynskis Gnadenerlass war ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten im Parlament überraschend gescheitert. Fujimoris Tochter Keiko hatte das Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen gegen Kuczynski betrieben. Fujimoris Sohn Kenji und mehrere andere Oppositionsabgeordnete enthielten sich dann aber bei der Abstimmung und brachten das Vorhaben damit zum Scheitern.

Opferanwälte und regierungsunabhängige Organisationen haben den Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) mit Sitz im costaricanischen San José angerufen, um die Begnadigung rückgängig zu machen. Für den 2. Februar ist eine Sitzung des Gerichts anberaumt.

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SDA-ATS