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Petra Vlhova ist die Slalom-Fahrerin der Stunde. Die 22-jährige Slowakin ist bereit, auch in Zukunft der gleichaltrigen Amerikanerin Mikaela Shiffrin die Stirn zu bieten.

Zuletzt hatte Petra Vlhova zweimal die Nase vorn, im März beim Finale in Aspen, Colorado, und vor zwei Wochen in Levi in Finnland. Wieder schaffte mit der Slowakin eine Einzelkämpferin aus einem Land ohne alpine Tradition den Durchbruch - mit Willenskraft, Durchhaltevermögen und vor allem dank der Unterstützung der Eltern.

Petra Vlhovas Talent war früh ersichtlich. Bei Kinderrennen waren für sie Siege und Podestplätze Standard. Vater Igor war vorerst skeptisch, Mutter Zuzanna dagegen überzeugt, dass es die Tochter weit bringen kann. Seriös wurde die Förderung vorangetrieben, als das Mädchen zehn Jahre alt war. "Meine Eltern haben manches Opfer gebracht und für mich viel Geld aufgewendet", sagt die neben Radprofi Peter Sagan mittlerweile populärste Sportlerin des Landes.

Im Überfluss waren die finanziellen Mittel nicht vorhanden. Die Vlhas sind eine mittelständische Familie mit eigener kleiner Firma. Igor Vlha ist mit seinem Betrieb in der Metallverarbeitung tätig. Er beschäftigt drei festangestellte Mitarbeiter, im Sommer gehört auch Sohn Boris zur Belegschaft. In den Wintermonaten ist der Filius als Assistent von Chefcoach Livio Magoni Teil des Privatteams von Petra Vlhova.

Das Budget-Prozent

Das "Skiteam Vlha Liptovsky Mikulas" finanziert sich nunmehr über Sponsorengelder. Vom nationalen Skiverband gibts kaum Zuschüsse. Von der Regierung entrichtete Erfolgsprämien behält der Verband praktisch vollumfänglich für sich ein. Nach dem letzten Winter wurden ganze 3000 Dollar an das Team Vlhova weitergereicht. Das entspricht einem Prozent des Budgets, das sich für diese Saison auf 300'000 Dollar beläuft. Entsprechend knapp muss kalkuliert werden; Sommertrainingslager in der südlichen Hemisphäre lagen bisher nicht drin.

Trotz den beschränkten finanziellen Mitteln schaffte Petra Vlhova in den vergangenen zwei Jahren den Sprung an die Spitze. Im Dezember 2015 siegte sie in Are in Schweden erstmals im Weltcup, seit dem Engagement von Livio Magoni, der früher Tina Maze betreut hatte, steigerte sie sich nochmals. Mit dem Italiener an der Seite, dessen Schwester Paoletta 1984 Slalom-Olympiasiegerin und dessen Bruder Oscar Profifussballer bei Atalanta, Genoa, Bologna und Napoli war, machte sie primär im mentalen Bereich Fortschritte. "Dank Livio habe ich mehr Selbstvertrauen. Ich kann jetzt zu meinen Zielen stehen, ohne überheblich zu wirken."

Ihre Worte klingen glaubhaft. Die Gefahr der Selbstüberschätzung besteht nicht. Petra Vlhova weiss ihre Rolle im Kreis der besten Slalomfahrerinnen richtig einzuschätzen. Slalom? Da wird aus der besonnenen Frau die aggressive Sportlerin. "Wenn ich im Starttor stehe, dann ist es vorbei mit der Ruhe. Dann werde ich zur Tigerin."

Die Wette

Magonis Erfolgsrezept ist eine Mischung aus harter Arbeit und Spass. Zu den weniger ernsten Dingen gehört die vor dem letzten Winter abgeschlossene Wette. Es ging darum, dass der Coach so lange auf Süssigkeiten verzichten muss, bis Petra Vlhova wieder ein Weltcup-Rennen gewinnt. Magoni musste sich lange gedulden - bis zum Finale in Aspen. Im Vorfeld dieser Saison gingen die beiden noch einen Schritt weiter. Der Coach verpflichtete sich, weder Brot noch Desserts zu essen und weder Kaffee noch Süsswasser zu trinken. Bei jedem Sieg sollte eines der vier Tabus fallen, so die Vereinbarung. Das erste Verbot wäre schon vor zwei Wochen nach dem Sieg in Levi hinfällig geworden. Magoni hält seine Abstinenz aber weiter vollumfänglich aufrecht. "Sein Bauch ist zu dick. Er will wohl abnehmen", sagt die Slowakin mit einem breiten Lachen.

Ernst wird Petra Vlhova wieder, wenn sie von ihrer sportlichen Zukunft spricht. Sie will neben den technischen Disziplinen auch den Super-G und die Kombination in ihr Programm aufnehmen. Geplant hat sie ihre ersten Einsätze in St. Moritz. Im Engadin werden in zwei Wochen zwei Super-G und eine Kombination ausgetragen. Auf diese Premieren bereitete sie sich unter anderem mit der Schweizer Equipe in Zermatt vor.

Die Trainingsgemeinschaft

Eine spezielle Trainingsgemeinschaft hatte Petra Vlhova zuletzt in Levi gebildet. Im hohen Norden bereitete sie sich während zwei Tagen mit Mikaela Shiffrin auf den ersten Slalom des Winters vor. "Sie inspiriert mich, noch besser zu werden." Ihre Fortschritte will die Slowakin am Sonntag in Killington erneut beweisen. Im Revier ihrer Rivalin fährt die Tigerin wieder ihre Krallen aus.

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SDA-ATS