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Österreich, Deutschland und Japan haben an der WM in Lahti die drei Medaillensätze vom kleinen Bakken unter sich aufgeteilt. Allen voran die Polen sinnen heute auf der Grossschanze nach Revanche.

Der grosse Verlierer in Lahti im Lager der Skispringer heisst aktuell Polen. Kamil Stoch und Co. wollen dies in den zwei Wettkämpfen von der grossen Salpausselkä-Schanze ändern. Die Osteuropäer bilden wieder eine schlagkräftige Truppe und sind nicht allein auf die Resultate von Doppel-Olympiasieger Stoch angewiesen. Diese Tatsache widerspiegelt sich im Nationen-Klassement der Männer: Polen führt klar, Stoch flog mit sechs Erfolgen die meisten Saisonsiege ein, und Polen stand bei zwei der drei Teamspringen zuoberst auf dem Podest. Bei 9 der 24 Entscheidungen in diesem Winter wurde die Nationalhymne Polens eingespielt.

Stoch und Maciej Kot lancieren den ersten Angriff am Donnerstagabend im Einzel. Vergangenen Samstag belegten sie die Positionen 4 und 5. Die Medaille vermasselte ihnen primär ein entfesselter Markus Eisenbichler. Der Deutsche sprang im zweiten Durchgang vom 6. Zwischenrang zu Bronze und zeigte, sichtlich beflügelt, am Sonntag im Mixed-Springen erneut geniale Sprünge. Um Gold oder Silber zu erreichen, müssen Stoch und Kot aber zwei härtere Brocken aus dem Weg räumen. Bei Stefan Kraft und Andreas Wellinger passen derzeit alle Puzzle-Teile ins Bild eines Siegspringers. Der Österreicher flog zuletzt zehn Mal in die Top 4 (9 Podestplätze), der Deutsche neun Mal (8 Podestplätze).

Zu Beginn des Winters hatte viel auf eine Dominanz der Slowenen hingedeutet. Peter Prevc, der Dominator der vergangenen Saison, sprang in Kuusamo auf Anhieb aufs Podest, und sein jüngster Bruder Domen avancierte mit vier Siegen in den ersten sieben Wettkämpfen zum Shooting-Star. Aktuell ist Peter Prevc wieder besser in Form. Gleichwohl zählt er zu den Aussenseitern.

Die Skisprung-Nation Norwegen ist aktuell auf die Resultate von Daniel-André Tande angewiesen. Der 23-Jährige hatte an der Vierschanzentournee beim Finale in Bischofshofen - auch wegen des Pechs mit dem Material - den Sieg noch aus der Hand gegeben. Der zweifache Saisonsieger springt immer vorne mit, der Exploit will ihm aber nicht gelingen - sieht man von den Prestige-Erfolgen am Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen und dem Wettkampf in Innsbruck ab. In den letzten zehn Springen landete Tande immer in den Top Ten, auf dem Podest stand er aber nur einmal nach einem 2. Rang.

Top Ten plus Team-Final als Ziel

Simon Ammann und Killian Peier geben im Schweizer Team den Ton an. Der Toggenburger, in der Qualifikation vom Mittwoch nach einem sehr guten Sprung Fünfter (vorqualifizierte beste zehn vom Weltcup nicht eingerechnet), peilt die Top Ten an. Eine einstellige Klassierung hat er in diesem Winter noch nicht geschafft. Um dies zu erreichen, muss alles stimmen. Die Flüge müssen bis zu zehn Meter weiter gehen, und die Landung muss auch in dieser Region zumindest gleich stabil ausfallen wie im Bereich des Kalkulationspunktes. Der Waadtländer Peier hingegen orientiert sich an seinem 18. Rang vom kleinen Bakken. Falls er dieses Resultat bestätigen kann, ist dies ein Erfolg.

SDA-ATS

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