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Polizei im Jemen geht hart gegen Demonstranten vor

Im Jemen ist die Polizei offenbar erneut mit Tränengas und scharfer Munition gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen. Sechs Personen seien dabei in der südlichen Stadt Al-Maafir in der Provinz Tais verletzt worden, berichtete ein Aktivist.

Tausende Menschen hätten in Al-Maafir im Süden des Landes neuerlich den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh gefordert. In mehreren anderen Städten berichteten Bewohner, dass Büros und Geschäfte am Samstag geschlossen worden seien.

Dies sei Teil einer Kampagne des zivilen Ungehorsam, die von der Opposition ins Leben gerufen worden war, um den Druck auf Saleh zu erhöhen. Seit rund drei Monaten fordern die Demonstranten in beinahe täglichen Kundgebungen Salehs Rücktritt.

Auch am Freitag hatten wieder zehntausende Menschen für und gegen den Präsidenten demonstriert. Bei den wochenlangen Protesten haben Sicherheitskräfte im Jemen und bewaffnete Saleh-Anhänger über 150 Demonstranten getötet und mehr als 1000 weitere verletzt.

Weitere Forderung

Neben Salehs Rücktritt verlangt die Protestbewegung nun auch dessen strafrechtliche Verfolgung wegen der Tötung von Demonstranten. Man werde keine weiteren Vermittlungsangebote mehr annehmen, die diese Punkte nicht enthielten, hiess es in einem Schreiben der Aufstands- und Jugendbewegung OCYYPU an den Golf-Kooperationsrat (GCC), das am Samstag in Sanaa veröffentlicht wurde.

Der GCC, ein Zusammenschluss von sechs arabischen Golfstaaten, darunter Saudi-Arabien, hatte im Vormonat einen Kompromissvorschlag vorgelegt, nach dem Saleh innerhalb von 30 Tagen die Macht an eine Übergangsregierung übergeben hätte. Zudem waren Neuwahlen noch in diesem Jahr vorgesehen.

Der Vorschlag hatte für den Präsidenten auch Immunität vor Strafverfolgung vorgesehen. Der Plan war von beiden Seiten akzeptiert worden, doch Saleh überlegte es sich wenig später anders und zog seine Zustimmung zurück.

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