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Das Potenzial der in der Schweiz lebenden Migrantinnen und Migranten soll besser genutzt und deren Integration am Arbeitsplatz verstärkt gefördert werden. Konkret sollen im Vergleich zu 2011 zusätzliche 2000 anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Menschen erwerbstätig werden.

Dieses Ziel haben sich die Teilnehmenden der Tripartiten Agglomerationskonferenz (TAK) gesetzt, wie sie am Montag in Bern bekannt gaben. "Die Integration der Migrationsbevölkerung ist nicht eine karitative Aufgabe", sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Sie sei zwar aus menschlichen Gründen selbstverständlich auch sinnvoll, aber lohne sich eben auch volkswirtschaftlich und finanziell.

Mit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative habe das Thema zusätzlich an Bedeutung und Dringlichkeit gewonnen. "Wir sind zwar gut unterwegs, aber es braucht noch mehr Anstrengungen", sagte sie. Denn es gebe viele Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz, die gerne arbeiten möchten.

Seit dem Start des Dialogs durch die TAK im Oktober 2012 haben Staat, Arbeitgeberverbände und die Sozialpartner mehrerer Branchen verschiedene Projekte in Angriff genommen, um das Potenzial der in der Schweiz lebenden Migrantinnen und Migranten besser zu nutzen und deren Integration am Arbeitsplatz zu fördern. Die Zwischenbilanz des TAK fiel denn auch entsprechend positiv aus.

SGV-Direktor: Tatbeweis erbracht

Laut Hans-Ulrich Bigler, dem Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV), ist der Tatbeweis erbracht. In allen bisherigen Projekten fänden die meisten Teilnehmenden eine feste Anstellung oder Lehrstelle, denn sie seien motiviert und leistungswillig. Deshalb wolle die Wirtschaft auch in Zukunft dazu beitragen, neue Projekte auf die Beine zu stellen.

Das neuste vom Staatssekretariat für Migration unterstützte Vorhaben ist ein Pilotprojekt des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK), das im Frühling startet. Damit sollen Migrantinnen und Migranten sowie Flüchtlinge zum Beispiel mit fachspezifischen Sprachkursen dabei unterstützt werden, den SRK-Pflegehilfekurs erfolgreich abzuschliessen und so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, wie TAK-Präsident Guy Morin sagte.

Erfolg für "Deutsch auf der Baustelle"

Roland Müller, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, verwies auf das erfolgreiche Projekt "Deutsch auf der Baustelle" der Sozialpartner im Bauhauptgewerbe. Wie bereits 2014 würden auch in diesem Jahr rund 400 Bauarbeiter den praxisorientierten Sprachkurs besuchen.

Bei genügender Nachfrage soll das Projekt auch in die Romandie übertragen werden. Weil der Unterricht während der Arbeitszeit den Baustellenbetrieb stark einschränken könne, fänden die Kurse neu nun in der Freizeit statt. Der Zeitaufwand werde aber entschädigt: Wer einen Semesterkurs abschliesse, erhalte eine Lohnprämie von 750 Franken.

Die Dialogpartner hätten zudem gemeinsam eine Reihe von Tipps für Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) zusammengestellt. Arbeitgeber sollen so direkt für die Sprachförderung am Arbeitsplatz sensibilisiert werden.

Sprache und Bildung im Zentrum

Die Kantone investieren am meisten in die Bereiche Sprache und Bildung sowie in die Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit, wie der Walliser Staatsratspräsident Jean-Michel Cina, Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen, sagte. Über den Integrationskredit würden jährlich rund 5000 Sprachförderangebote finanziert, an denen über 100'000 Personen teilnähmen. Und die Tendenz sei steigend.

Viele Kantone würden auch Jobcoaches einsetzen, um Menschen auf ihrer Stellensuche eng zu begleiten. In den nächsten Jahren sollen nun als neuer Schwerpunkt die Information über Angebote für Berufsabschlüsse und Weiterbildungen verbessert und günstige Rahmenbedingungen für Arbeitnehmende geschaffen werden.

Abbau administrativer Hürden

Schliesslich wollten sich die Dialogpartner noch stärker dafür einsetzen, dass Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene in den Arbeitsmarkt integriert werden. Zu diesem Zweck soll geprüft werden, ob und wie allenfalls bestehende administrative Hemmnisse abgebaut werden können.

Im Idealfall würden Weiterbildungen wie ein Integrationsmotor wirken, sagte Kurt Fluri, Präsident des Schweizerischen Städteverbandes. Wer merke, dass er sich durch neues Wissen besser einbringen könne, der übernehme bei der Arbeit und in der Gesellschaft auch mehr Verantwortung, sagte er.

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SDA-ATS