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Präsidentenwahl in Zypern wird in Stichwahl entschieden

Wahllokal in Nikosia: Die Zyprer müssen in einer Stichwahl am kommenden Sonntag über ihren neuen Präsidenten entscheiden.

KEYSTONE/AP/PETROS KARADJIAS

(sda-ats)

Zyperns künftiger Präsident wird in einer Stichwahl bestimmt. Der konservative Amtsinhaber Nikos Anastasiades entschied den ersten Wahlgang am Sonntag laut Prognosen zwar für sich, er verpasste aber die erforderliche absolute Mehrheit.

Dem vorläufigen amtlichen Endergebnis nach kommt Anastasiades auf 35,5 Prozent der Stimmen, berichtete das Staatsfernsehen (RIK) unter Berufung auf die Wahlkommission.

Das Rennen um den zweiten Platz und damit den Einzug in die Stichwahl gewann der Kandidat der Linken, Stavros Malas, der auf 30,3 Prozent kam. Der drittplatzierte Vertreter der politischen Mitte, Nikolas Papadopoulos, kam auf 25,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,4 Prozent.

Die 550'000 Wahlberechtigten sind nun aufgerufen, am kommenden Sonntag in der Stichwahl ihren neuen Staatschef zu küren. Der direkt vom Volk gewählte Präsident auf Zypern ernennt die Regierung und führt sie. Das Parlament hat dagegen nur eine kontrollierende Rolle. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Gescheiterte Gespräche

Gewählt wurde nur im griechisch-zyprischen Südteil der Insel. Der türkisch-zyprische Norden nimmt nicht teil. Die drittgrösste Mittelmeerinsel ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt.

Die Präsidentschaftswahl fand nun sechs Monate nach dem erneuten Scheitern der Verhandlungen über die Wiedervereinigung Zyperns statt. Die Gespräche waren nach anfänglich grossen Hoffnungen im Juli ergebnislos abgebrochen worden.

Anastasiades hatte im Wahlkampf versprochen, den Dialog mit seinem türkisch-zyprischen Kollegen Mustafa Akinci bald wiederzubeleben. Auch Malas will sich dafür einsetzen. Er wirft dem amtierenden Staatschef vor, beim Thema Wiedervereinigung zu zögerlich zu agieren.

Vor Pleite bewahrt

Viele Zyprer halten Anastasiades zugute, das kleine EU-Land vor dem finanziellen Kollaps und einer schweren Rezession bewahrt zu haben. Der Präsident war im Februar 2013 gewählt worden - wenige Tage, bevor Zypern mit den Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein milliardenschweres Finanzpaket aushandelte, um vor der Pleite bewahrt zu werden.

Im Gegenzug wurden in Zypern die Steuern erhöht und die Löhne gekürzt, die Arbeitslosigkeit stieg stark an. Im März 2016 konnte Zypern den internationalen Rettungsschirm aber wieder verlassen.

Die Republik Zypern trat 2004 der EU und dem Euro bei. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel, auf der rund eine Million Menschen leben, Mitglied der Europäischen Union.

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