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Die Premier League schwimmt mehr im Geld denn je. Dank der lukrativen TV-Verträge rüsten die 20 Vereine ihre Kader für rund 1,2 Milliarden Pfund auf. Die Favoriten auf den Titel bleiben die gleichen.

Zwischen 2016 und 2019 erhält die umsatzstärkste Liga der Welt weit über acht Milliarden Pfund für die Fernsehrechte in Grossbritannien und im Ausland. Entsprechend üppig partizipieren die Vereine. Dem Chelsea FC spülte der Meistertitel mal eben 150,9 Millionen in die Klubkasse, selbst Absteiger Sunderland erhielt etwas mehr Geld (93,5) als der vorletzte Meister Leicester. 17 der 20 Vereine partizipierten mit über 100 Millionen Pfund, ein Jahr davor hatte nur Arsenal in dreistelliger Millionenhöhe verdient.

Als "big spender" betätigten sich auf dem Transfermarkt vor allem die beiden Klubs aus Manchester. United (146 Mio) und City (217) kauften für fast ein Drittel der Liga-Gesamtausgaben von 1,2 Milliarden Pfund neue Spieler.

Guardiola und Mourinho unter Zugzwang

City-Trainer Pep Guardiola möbelte die Defensive inklusive Goalieposten massiv auf, die er als Fundament für die Verbesserung der letzten Klassierung als Dritter (mit 15 Punkten Rückstand auf Chelsea) sieht. Der spanische Coach setzt neuerdings auf eine Dreierabwehr, die ohnehin schon stark besetzte Offensive wurde "nur" mit Monacos Bernardo Silva ergänzt.

Wie Guardiola geht auch Uniteds Trainer José Mourinho in seine zweite Saison, diesmal wird das Argument "Übergangsjahr" nicht mehr zählen. Mourinho (in Lindelöf, Matic, Lukaku) hat wie Chelseas Antonio Conte (Rüdiger, Bakayoko, Morata) kräftig in je einen Spieler pro Mannschaftsteil investiert.

Meistertrainer Conte, der nicht mehr auf Stürmer Diego Costa setzen wird, möchte mit Chelsea diesmal den "Mourinho-Effekt" verhindern. So nannte er die Implosion, die 2015/16 nach dem verpatzten Saisonstart noch vor Weihnachten zur Entlassung des Portugiesen geführt hatte. Doch auch Conte dürfte wissen, dass Mourinho mit seinen letzten beiden Klubs Chelsea und Real Madrid jeweils in der zweiten Saison den Titel geholt hat.

Zwei Wettbewerbe, den englischen Ligacup und die Europa League, hat Mourinho mit Manchester United bereits gewonnen. Durch den Sieg gegen Ajax Amsterdam darf Manchester United nach einem Jahr Unterbruch heuer wieder in der Champions League spielen. Oberstes Ziel bleibt aber der erste Meistertitel seit 2013.

Wenig Neues bei Tottenham und Arsenal

Konkurrenz dürften die Klubs aus Manchester primär aus London zu erwarten haben. Der Kern des zweitklassierten Tottenham blieb mit Ausnahme von Rechtsverteidiger Kyle Walker (zu Manchester City) beisammen, Neuzuzüge haben die "Spurs" bislang keinen einzigen getätigt.

Arsenal, das im Prolog vom Freitag Leicester empfängt, steigt in seine 21. Saison unter Trainer Arsène Wenger. Allerdings werden die "Gunners" erstmals unter dem Elsässer nicht in der Champions League vertreten sein. Vielleicht hat dieser Fakt Wenger dazu bewogen, die Mannschaft nur punktuell, dafür clever zu verstärken. Der ablösefrei geholte Innenverteidiger Sead Kolasinac und Stürmer Alexandre Lacazette, der Topskorer der letzten Ligue-1-Saison, sind geschickte Transfers für das Team um Granit Xhaka mit noch immer grossem Potenzial.

Wie die Londoner Klubs hat sich auch Liverpool nicht am Wettrüsten beteiligt. Nennenswerte Abgänge gab es bis auf Lucas Leiva keinen, mit dem einstigen Basler Flügel Mohamed Salah (von der AS Roma) stiess ein Hochkaräter dazu. Entsprechend versucht Liverpool, mit einer eingespielten Equipe den nächsten Schritt zu machen. Die "Reds" werden ihren Platz in den Top 4 unter anderem gegen Lokalrivale Everton, das mindestens 86 Millionen Pfund in neue Spieler (unter anderem Wayne Rooney) investiert hat, verteidigen müssen.

Zumindest ein Blick auf die letzten zwei Saisons gibt den auf dem Transfermarkt vergleichsweise defensiv agierenden Klubs Recht. Mit Leicester und Chelsea wurden zuletzt zwei Mannschaften Meister, die zwar im Jahr davor einiges investiert, aber nicht das halbe Kader ausgewechselt hatten.

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SDA-ATS