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Privatbankier Ivan Pictet fürchtet Boykottaufrufe nicht

Dieser Inhalt wurde am 06. Dezember 2009 - 10:51 publiziert
(Keystone-SDA)

Zürich - Der Genfer Privatbankier Ivan Pictet sieht keine spürbaren Auswirkungen durch das Minarett-Verbot für Schweizer Banken. "Zwischen Rhetorik und effektivem Handeln gibt es jeweils eine grosse Diskrepanz", sagte Pictet in einem im Interview mit der "NZZ am Sonntag".
"Die Annahme ist eine unnötige Ohrfeige für eine Milliarde Menschen und widerspricht unserer Tradition der Offenheit", sagte der Partner der Bank Pictet & Cie. Beruhigend sei für ihn, dass Genf mit seinem Ausländeranteil von 50 Prozent und jährlich tausenden von arabischen Touristen die Initiative abgelehnt hat.
Die Aufregung sei aber auch übertrieben: "In der Schweiz gibt es immer eine Überreaktion, wenn unser Verhältnis zum Ausland diskutiert wird." So sei auch die Affäre um nachrichtenlose Vermögen in Israel kaum ein Thema gewesen. "Es war vor allem eine Angelegenheit zwischen dem World Jewish Congress in Amerika und der Schweiz", sagte Pictet.
Der Partner der grössten privaten Bank Europas widersprach zudem Patrick Odier, dem Präsidenten der Schweizerischen Bankiervereinigung. Dieser hatte vor kurzem im Zusammenhang mit der von der Branchenorganisation lancierten Abgeltungssteuer "steuerehrliche Geschäftsmodelle" von den Banken gefordert.
Für Pictet "ist absolut undenkbar - zumindest so lange ich hier bin - dass wir unsere Kunden Deklarationen unterschreiben lassen und damit ihre Steuerehrlichkeit überprüfen", sagte er in der "NZZ am Sonntag". Der Vorschlag sei völlig unrealistisch.

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