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Basel - Die Naturschutzorganisation Pro Natura hat den Tauwurm zum Tier des Jahres 2011 gewählt. Als bekannteste von rund 40 Regenwurmarten in der Schweiz sorgt er für fruchtbare Böden. Mit der Wahl will Pro Natura auf die Bedrohung des Bodens aufmerksam machen.
Die Wirkungsstätte des Regenwurms gehe rasant verloren, teilte Pro Natura am Dienstag mit. Pro Sekunde verschwinde in der Schweiz fast ein Quadratmeter Boden unter Siedlungen, Strassen, Parkplätzen oder Industriebauten. Auch unzählige andere Bodenlebewesen würden so ihre Lebensgrundlage verlieren - und letztlich auch der Mensch.
Mit der Wahl des Tauwurms zum Tier des Jahres will Pro Natura ein Zeichen setzen für die haushälterische Nutzung des Bodens und für den Erhalt intakter Landschaften. Das Tier mit dem Fachnamen Lumbricus terrestris wird beachtliche 12 bis 30 Zentimeter lang, es gilt bei uns als Regenwurm schlechthin.
Umtriebige ZwitterDer Tauwurm lebt in Wald-, Wiesen- und Ackerböden und gräbt mehrere Meter tiefe, nahezu senkrechte Wohnröhren. In der Dämmerung und nachts zieht er Blätter und totes organisches Material von der Bodenoberfläche in seine Behausung. Beim Anlegen der Gangsysteme stemmt der unscheinbare Untergrundaktivist bis zum 60-fachen seines Körpergewichts.
Die vordere Körperpartie des Tauwurms ist zum Schutz vor UV-Strahlen rot-braun gefärbt. Wie bei allen Regenwürmern sind die Tiere Zwitter, haben also sowohl Hoden als auch Eierstöcke. Geschlechtsreife Regenwürmer unterscheiden sich von Jungtieren durch den Gürtel, eine Hautverdickung im vorderen Drittel des Körpers.
Wichtige RöhrensystemeIn intaktem Grünland leben bis vier Millionen Regenwürmer pro Hektar. Ihre Gänge erreichen pro Kubikmeter eine Gesamtlänge von bis zu 900 Metern. Diese Röhrensysteme bewirken, dass Regenwasser rasch versickert und der Boden gut durchlüftet wird. Vor allem aber produzieren sie Unmengen wertvollen Humus, einen natürlichen Dünger für Pflanzen.
Regenwürmer verbessern aber nicht nur den Nährstoffgehalt und die Struktur des Bodens. Sie dienen Vögeln, Maulwürfen, Igeln, Fröschen und diversen anderen Tieren als wichtige Nahrungsquelle. Mit all diesen Leistungen bis über den Tod hinaus bilde das Tier des Jahres 2011 also quasi das Rückgrat intakter Ökosysteme, schreibt Pro Natura.

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SDA-ATS