Der Prozess um den Mord an zwei skandinavischen Studentinnen in Marokko ist erneut vertagt worden. Er solle in zwei Wochen fortgesetzt werden, meldete der marokkanische Sender 2M am Donnerstag. Unter den Angeklagten ist auch ein spanisch-schweizerischer Doppelbürger.

Mit der Vertagung sei einem Antrag der Anwälte der Opferfamilien entsprochen worden, hiess es weiter. Diese fordern, dass auch ein Vertreter der marokkanischen Regierung an dem Verfahren teilnimmt.

Dabei geht es lokalen Medien zufolge um Entschädigungszahlungen. 2M meldete, die Opferfamilien sähen den Staat in der Verantwortung, weil er für die Sicherheit zuständig sei. Das Gericht hatte den Prozess bereits Anfang Mai nach einer kurzen Anhörung um zwei Wochen vertagt, um der Verteidigung mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben.

Die beiden skandinavischen Rucksacktouristinnen waren Mitte Dezember enthauptet worden. Die Leichen der 24-jährigen Dänin und ihrer vier Jahre älteren norwegischen Freundin wurden am 17. Dezember in einer einsamen Gegend des Atlasgebirges gefunden, in der Region von Marrakesch. Nach Polizeiangaben wurden sie geköpft.

Insgesamt stehen 24 Angeklagte vor Gericht, darunter 23 Marokkaner. Ihnen wird Medienberichten zufolge vorsätzlicher Mord, illegaler Waffenbesitz und die Gründung einer Terrorgruppe vorgeworfen. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen vier Verdächtige, die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einem Video einen Treueeid geleistet hatten.

Unter den Angeklagten ist auch ein spanisch-schweizerischer Doppelbürger, der einige Tage nach dem Doppelmord wegen angeblicher Verbindungen zu den Hauptverdächtigen festgenommen wurde. Ein zweiter Mann mit Schweizer Wurzeln war bereits vor zwei Wochen zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Sein Anwalt legte gegen das Urteil Berufung ein.

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