Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

In der Türkei hat am Freitag der Prozess gegen die Ex-Frau des britischen Prinzen Andrew, Sarah Ferguson, begonnen. Die Herzogin von York muss sich vor Gericht verantworten, weil sie heimlich schlimme Zustände in türkischen Kinderheimen gefilmt hatte.

Die Staatsanwaltschaft forderte im Vorfeld eine Haftstrafe von bis zu 22 Jahren und sechs Monaten. Der Prozess in Ankara begann laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu in Abwesenheit der Angeklagten.

Knabe in Holzkiste

Die Anklage geht auf Filmaufnahmen aus dem Jahr 2008 zurück. Fergie hatte Kinderheime in Istanbul und Ankara zusammen mit einem Team des privaten britischen Fernsehsenders ITV besucht, sich aber nicht zu erkennen gegeben.

Die schockierenden Bilder von schlimmen sanitären und pflegerischen Zuständen in den Heimen sorgten für einen Skandal. Darunter waren Aufnahmen von einem Knaben, der in einen Holzkasten eingesperrt war.

Die Verwaltung der staatlichen Kinderheime der Türkei reichte anschliessend Klage gegen die Herzogin von York ein - offiziell, weil die Aufnahmen gegen die Persönlichkeitsrechte der Kinder verstiessen. Ankara warf Fergie zudem vor, das internationale Image der Türkei in den Schmutz ziehen zu wollen.

Auslieferung verweigert

Im Laufe des Verfahrens hatte die türkische Justiz 2009 von Grossbritannien die Auslieferung der Herzogin von York verlangt. Dies wurde von der britischen Regierung kategorisch abgelehnt. Am Freitag forderte das Gericht, dass die Angeklagte beim nächsten Prozess erscheinen müsse.

Ferguson war von 1986 bis 1996 mit Prinz Andrew verheiratet, dem zweitgeborenen Sohn der britischen Königin Elizabeth II. Sie hatte in den vergangenen Jahren mehrmals mit peinlichen Auftritten für Aufsehen gesorgt und war mindestens einmal selbst Opfer von Aufnahmen mit versteckter Kamera.

Vor zwei Jahren wurde sie heimlich dabei gefilmt, wie sie einem Journalisten des inzwischen eingestellten Boulevardblattes "News of the World" anbot, ihm für umgerechnet 600'000 Euro Zugang zu Prinz Andrew zu verschaffen.

SDA-ATS