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Der Angeklagte am Donnerstag im Gerichtssaal.

Keystone/EPA DPA/PETER KNEFFEL

(sda-ats)

Ein Dreivierteljahr nach dem Zugunglück von Bad Aibling hat am Donnerstag vor dem Landgericht Traunstein in Oberbayern der Prozess gegen einen Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn begonnen. Beim Unglück am 9. Februar gab es 12 Tote und 89 Verletzte.

Der 40-jährige Fahrdienstleiter ist unter anderem wegen zwölffacher fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Der Bahnmitarbeiter soll Signale falsch gestellt und bis kurz vor dem Frontalzusammenstoss der beiden Züge ein Fantasy-Rollenspiel auf seinem Smartphone gespielt haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft beging der Fahrdienstleiter einen folgenschweren Fehler und schickte die zwei Züge auf die eingleisige Strecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen.

Technische Probleme wurden in Gutachten ausgeschlossen. Der Fahrdienstleiter soll allein für das Unglück verantwortlich sein.

Geständnis abgelegt

Der 40-Jährige erschien mit verschränkten Armen im Gerichtssaal. Sein Gesicht verdeckte er nicht, als er ein minutenlanges Blitzlichtgewitter der Fotografen über sich ergehen liess

Zum Prozessauftakt gestand er das fehlerhafte Setzen von Signalen ein. Er gestand auch, trotz eines Verbots während der Arbeit mit dem Handy gespielt zu haben. Die Verteidigung ergänzte das Geständnis mit dem Hinweis, dass ihr Mandant eine Verletzung der Sorgfaltspflicht gestanden habe.

Der Angeklagte liess sein Geständnis von seinen Verteidigern verlesen. Er wandte sich aber mit einigen persönlichen Worten auch direkt an die Hinterbliebenen der zwölf Toten und an die 89 Verletzten.

Er wisse, dass die Familien grosses Leid erfahren hätten, sagte der 40-Jährige. "Ich weiss, dass ich das nicht mehr rückgängig machen kann, auch wenn ich mir nichts anderes wünschen täte."

Das Urteil soll am 5. Dezember verkündet werden. Die Höchststrafe für fahrlässige Tötung beträgt fünf Jahre.

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SDA-ATS