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Die gestörten bilateralen Beziehungen sind wieder eingerenkt: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (links) zu Gast bei seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Moskau.

KEYSTONE/AP POOL/ALEXANDER ZEMLIANICHENKO

(sda-ats)

Mit einer Geste der Entspannung hat Russland am Freitag den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan empfangen. Die Regierung in Moskau hob Sanktionen gegen die Türkei teilweise auf.

Kremlchef Wladimir Putin lobte die Zusammenarbeit mit Ankara im Syrien-Konflikt als vertrauensvoll und effektiv. Einen so vertrauensvollen Dialog Russlands mit der Türkei zu Syrien habe niemand zuvor erwartet, sagte Putin Agenturen zufolge. "Wir sind sehr froh, dass wir unsere Verbindungen so schnell wiederherstellen können", sagte er.

Erdogan betonte, dass vor allem die grossen gemeinsamen Energieprojekte gut vorankämen. Russland will die Gaspipeline Turkish Stream durch das Schwarze Meer und das Kernkraftwerk Akkuyu im Süden der Türkei bauen. Über Turkish Stream will Russland Erdgas auch nach Südeuropa verkaufen.

Wieder Zwiebeln und Broccoli

Als Zeichen der Wiederannäherung lockerte die russische Regierung ein Einfuhrverbot für Obst und Gemüse. Unter anderem dürfen wieder Zwiebeln, Nelken, Blumenkohl und Broccoli aus der Türkei nach Russland geliefert werden. In Kraft bleibt Berichten zufolge aber ein Importverbot für Tomaten, eines der wichtigsten türkischen Exportprodukte.

Mit dem Embargo hatte Russland 2016 auf den Abschuss seines Militärjets reagiert. Auch Charterflüge in das bei Russen beliebte Reiseland wurden eingestellt. Dies traf den Tourismus in der Türkei hart.

Erst nach einer Entschuldigung Erdogans im Juni 2016 normalisierte sich das Verhältnis wieder. Bereits im Oktober hatte Moskau das Embargo für einzelne Agrarerzeugnisse aufgehoben.

Russland will in Kürze auch wieder türkische Arbeitnehmer ins Land lassen, wie Putin nach seinen Gesprächen mit Erdogan sagte. Die Arbeitserlaubnis ist vor allem wichtig für türkische Baufirmen, die in Russland sehr aktiv sind. Sie bauen auch an Stadien und Hotels für die Fussball-WM 2018 mit.

Billigflüge in die Türkei

Die russische Billigairline Pobeda kündigte an, dass sie von Freitag an Linienflüge in die Türkei anbiete. Die erste Maschine von Moskau in den Badeort Alanya solle am 21. April starten, teilte die Fluggesellschaft der Agentur Tass zufolge mit. Pobeda gehört zum staatlich kontrollierten russischen Marktführer Aeroflot.

Im Anschluss an das Treffen unterzeichneten Erdogan und Putin ein Abkommen zum Ausbau des Handelsvolumens bis 2020, das Erdogan zufolge bis zu 100 Milliarden Dollar erreichen könnte.

Ausserdem vereinbarten beide Länder, ihre "aktive Zusammenarbeit im Kampf gegen terroristische Gruppen, vor allem gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien fortzusetzen, wie Putin sagte.

Moskau und Ankara stehen im syrischen Bürgerkrieg zwar auf entgegengesetzten Seiten, doch verstärkten sie zuletzt ihre Kooperation. So handelten sie Ende Dezember die Evakuierung von Aleppo aus und vermittelten eine landesweite Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierung.

Zweiter Besuch in Moskau

Es handelt sich um Erdogans zweiten Besuch in Russland seit August 2016. Geplant waren auch Gespräche zahlreicher Regierungsvertreter beider Länder.

Der Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär 2015 hatte zu einem Zerwürfnis zwischen Moskau und Ankara geführt. Seit Sommer 2016 stehen die Zeichen aber wieder auf Partnerschaft. Russische Experten sagen, dass Erdogan auch wegen Spannungen mit dem Westen den Schulterschluss mit Moskau suche.

Im Syrien-Krieg treten Russland und die Türkei als Garantiemächte für eine Ende Dezember vermittelte Waffenruhe auf. Im Januar und Februar hatten sie in Kasachstan Gespräche zwischen Regierungs- und Oppositionsvertretern vermittelt. Eine neue Runde soll kommenden Dienstag und Mittwoch (14./15. März) in Astana beginnen.

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SDA-ATS