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Russlands Präsident Wladimir Putin könnte sich eine erneute Kandidatur um das Amt des Staatschefs vorstellen. "Ich schliesse das nicht aus", sagte Putin am Donnerstag bei einer internationalen Konferenz im Nordwesten Russlands.

Putin hatte während einer Diskussion den früheren französischen Premierministers François Fillon gefragt, ob dieser 2017 als Präsidentschaftskandidat antreten wolle.

Fillon konterte, er werde dies nur beantworten, wenn Putin verrate, ob er sich in Russland 2018 erneut zur Wahl stellen werde. Fillon, der aus seinen Ambitionen auf das Präsidentenamt keinen Hehl macht, erklärte schliesslich, auch er schliesse eine Kandidatur nicht aus.

Putin hatte eine erneute Kandidatur bisher nicht angekündigt. Er war im Jahr 2000 erstmals zum Präsidenten Russlands gewählt worden. Nach zwei Amtszeiten installierte er 2008 seinen Zögling Dmitri Medwedew als Platzhalter im Kreml, bevor er das Amt im vergangenen Jahr erneut übernahm.

Laut Verfassung darf Putin für zwei aufeinander folgende sechsjährige Amtszeiten an der Spitze Russlands stehen. Der 60-Jährige könnte somit bis 2024 Präsident bleiben.

Mit einer 20-jährigen Amtszeit würde er dann sogar Leonid Breschnew überholen, der 16 Jahre lang als sowjetischer Staatschef fungierte. Länger hielt sich nur Diktator Josef Stalin an der Macht, der von 1924 bis zu seinem Tod im Jahr 1953 in der Sowjetunion herrschte.

Putin nimmt Berlusconi in Schutz

Putin äusserte sich auf der Konferenz zudem zu Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi. Er nahm Berlusconi dabei wegen dessen angeblicher sexuellen Beziehung zu einer minderjährigen Prostituierten in Schutz.

"Berlusconi steht vor Gericht, weil er mit Frauen zusammenlebt. Wäre er ein Homosexueller, hätte ihn niemand auch nur mit einem Finger angerührt", sagte Putin an einer Diskussionsveranstaltung. Das Publikum reagierte mit Gelächter.

Putin wird von Kritikern eine homosexuellenfeindliche Haltung vorgeworfen. Bestätigt sehen sie sich unter anderem durch ein von ihm in diesem Jahr unterzeichnetes Gesetz, das die Verteilung von Informationen über Homosexualität an Minderjährige verbietet.

Berlusconi und Putin gelten als Freunde. Der italienische Milliardär wurde im Juni zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er bezahlten Sex mit der früheren Nachtclub-Tänzerin Ruby gehabt haben soll, als diese noch unter 18 Jahre alt war. Berlusconi hat gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil Berufung eingelegt. Der Medienmogul steht zudem unter Druck, weil er zusätzlich in einem anderen Fall wegen Steuerbetrugs verurteilt wurde.

Die Skandale rund um Berlusconi belasten Italiens ohnehin brüchige Regierungskoalition unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Enrico Letta, an der Berlusconis Mitte-Rechts-Lager beteiligt ist.

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SDA-ATS